Nächstes Treffen der BI Baumschutz:

 

Donnerstag, 20.06.2019 um 19 Uhr im Umweltzentrum, Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig.  Der Eingang ist an der Reichsstr. - schräg gegenüber von der Apotheke. Wir freuen uns über neue Ideen und neue (und alte) aktive BaumschützerInnen!


Offener Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz:

Bitte setzen Sie sich für den sofortigen Ausstieg der Europäischen Investitionsbank EIB aus fossilen Brennstoffen ein!

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz,

am Freitag beraten Sie über das zukünftige Investitionskonzept der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg (EIB) mit den übrigen 27 Finanzminister/innen der EU.

Wir, die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig, bitten Sie eindringlich, sich dort für eine „fossilfreie“ EIB einzusetzen.
Die EIB soll ab sofort weltweit jegliche Finanzierung von Projekten zur Nutzung fossiler Brennstoffe unterlassen (Erdöl, Kohle, Erdgas).
Auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Palmöl, Mais etc. sind keine Alternative.
Genausowenig sollen Verkehrsprojekte für fossil angetriebene Schiffe, Flugzeuge oder Kraftfahrzeuge finanziert werden.

Die Finanzmittel werden dringend für zukunftsfähige erneuerbare Energien benötigt. Hierbei müssen globale soziale Kriterien berücksichtigt werden („Klimagerechtigkeit“).

Wir sind überzeugt:
Nur noch durch äußerst konsequentes Handeln können wir unser eigenes Aussterben durch die beginnende und bald nicht mehr umkehrbare Klimakatastrophe verhindern!

Die EIB ist weltweit der größte multilaterale Kreditgeber und hat erheblichen Einfluss darauf, ob die Pariser Klimaziele erreicht werden können.
Sie gibt sich zwar ein umweltfreundliches Image, unterstützt jedoch gleichzeitig extrem klimaschädliche Großprojekte.
Zwischen 2013 und 2017 vergab sie fast 12 Mrd. € an Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe.
Ein Beispiel dafür ist die gefährliche umwelt- und klimaschädliche Pipeline TAP zwischen Aserbaidschan und Italien.

Als Finanzminister sind sie durch das Grundgesetz und Ihren Amtseid verpflichtet, Schaden von uns Bürger/innen abzuwenden.
„Aussterben durch Klimakatastrophe“ halten wir für so schädlich, dass Sie Grund genug dafür haben, die EIB zu einer ausschließlich klimafreundlich agierenden Bank zu machen!

Als lokale Umweltinitiative beobachten wir die Auswirkungen der Klimakatastrophe nicht nur global, sondern auch im Kleinen ganz unmittelbar in unserer Stadt.
Mit Sorge nehmen wir wahr, dass Stadtbäume durch Trockenheit und Hitze absterben, durch extreme Stürme zu Hunderten umstürzen und dass die Sommer in der Stadt immer heißer und unerträglicher werden.

Wir bitten Sie, entsprechend Ihrer Verantwortung für Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu handeln und sich dafür einzusetzen,
dass auch unsere Kinder und Nachfahren noch eine Lebensgrundlage auf unserem Planeten vorfinden.
Einen zweiten haben wir nicht!

Mit umweltfreundlichen Grüßen
Sabine Sambou und
Edmund Schultz

 

 

 

Bitte unterstützt folgende Petition dazu:

 

https://act.350.org/go/92368?t=6&utm_medium=email&utm_source=actionkit&akid=77903%2E3514466%2EihgLd0

 

 


Erklärung zu Jasperallee und Gehölzschutz

 Auch wir wollen keine Bäume, die ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Der Schutz von Menschen vor Unfällen hat sehr hohe Priorität!

Leider gibt es bei Bäumen, insbesondere unter den erschwerten Bedingungen des Klimawandels, keine absolute Sicherheit. Fachleute haben uns erklärt, dass es trotz größter Sorgfalt immer wieder Überraschungen gibt. In Städten stehen Bäume außerdem unter hohem Stress, weil die Lebensbedingungen unnatürlich und sehr ungünstig sind. Klimawandelbedingte Dürre- und Hitzesommer, Starkregen und Überschwemmungen sowie Stürme und Orkane zu ungewohnten Jahreszeiten (in denen Bäume schon bzw. noch ihre Blätter tragen und viel Windangriffsfläche bieten) tun ihr Übriges.
Dies mussten wir auf dem Hagenmarkt und aktuell in der Jasperallee erleben, in welcher Stadtverwaltung und Gutachter grob falsch gelegen haben und in der es unter anderem deswegen zu einem Unfall kam. Inzwischen bestätigen bereits zwei Auswertungen (Baumstümpfe zweiter Abschnitt und Zugversuche) dafür eine Fehlerquote von ca. 50 %.

Was also tun? Dazu ein Gedankenmodell:

 

Nur eine Welt ohne Bäume wäre risikofrei. Dann allerdings wird kein CO2 umgewandelt in Holz und Sauerstoff. Es würde keine atembare Luft geben. Menschen, Tiere und Pflanzen könnten nicht existieren (auch Ozeane liefern Sauerstoff, aber die zerstört unsere Zivilisation auch gerade). Das ist also keine Lösung. Bäume sind unverzichtbar.

 

In Städten kommt hinzu, dass wir Bäume dringend brauchen, um die starke Überhitzung im Sommer durch Asphalt, Versiegelung, Gebäude und Autos zu reduzieren und um Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Durch Sommerhitze, Feinstaub und Luftschadstoffe sterben Menschen vorzeitig. Nur bezogen auf Feinstaub und Luftschadstoffe sind das auf Braunschweig bezogen statistisch jedes Jahr drei Personen (Quelle Umweltbundesamt 23.10.2017).

 

Also müssen wir aus Sicherheitsgründen sowohl Bäume fällen, wie auch Bäume erhalten.

 

Es gilt, den Königsweg zu finden.


Im Falle der Jasperalleeahorne ist das leider nicht geglückt. Es wurden standsichere Bäume gefällt und gefährliche Bäume blieben stehen. Der gefällte zweite Abschnitt und die Baumlücken haben die Windverhältnisse geändert, worauf die Bäume nicht eingerichtet sind. Auch das kann zu dem o. g. Unfall beigetragen haben. Die Zugversuche haben laut Stadtverwaltung ergeben, dass von den zunächst verbleibenden 42 Ahornen 34 sicher seien. CDU, SPD, FDP und Stadtverwaltung wollen auch diese fällen. Wir halten das angesichts der Klimakatastrophe und des Insekten- und Artensterbens für
unverantwortlich; ferner werden auch dadurch Menschenleben gefährdet (s. o.).

 

Außerdem wird mit zweierlei Maß gemessen. Einerseits ist ein Baum bei Sturm umgefallen und hat einen Menschen leicht verletzt. Das erste Mal in siebzig Jahren auf der Jasperallee. Daraufhin sollen alle anderen Bäume gefällt werden.

 

Andererseits wurden allein in diesem Jahr schon mehrere Menschen verletzt und sogar getötet, durch Autos.

 

Warum passiert jetzt nichts mit den Autos?

 

Zurück zum gesuchten Königsweg. Für das Klima und unsere Gesundheit brauchen wir jeden Baum und jeden Strauch in der Stadt, besonders die unersetzlichen, wertvollen, großen alten Bäume. Egal, ob auf städtischem, privatem oder öffentlichem Grund - diese Bäume benötigen unseren Schutz vor Fällung oder Beschädigung. Andererseits sollten sie regelmäßig bestmöglich kontrolliert werden, um das Unfallrisiko zu minimieren. Außerdem müssen wir als Stadtgesellschaft schnellstmöglich zehntausende neue Bäume pflanzen, um alte Verluste auszugleichen und um unser Stadtklima im Klimawandel erträglicher zu gestalten. Um Bürger*innen dafür zu gewinnen und ihnen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu vermitteln, sind vielfältige Aktionen und viel Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

 

Wir meinen, dass alle, die über Teile der Fläche unserer Stadt verfügen, die Pflicht haben, dort auch ihren Teil zu einem gesundem Stadtklima für alle beizutragen (also zu Baumerhalt, Neupflanzungen und Grünflächen). So steht es auch im Grundgesetz – Eigentum verpflichtet (Art. 14 GG).

 

Andererseits sollten die Kosten dieser Gemeinschaftsaufgabe fairerweise zu einem angemessenen Teil von der Stadtgesellschaft getragen werden. Das bedeutet, wer mit Aufwand und Kosten für Bäume und Grün überfordert ist, sollte Hilfe und Zuschüsse erhalten. Das soll nicht dazu dienen, den Profit von beispielsweise großen Wohnungsgesellschaften zu erhöhen, sondern z. B. weniger betuchte Eigenheimbesitzer*innen in die Lage versetzen, ihre Bäume und Gehölze zu erhalten (z. B., wenn sie das altersbedingt nicht mehr selbst leisten können) und neue Bäume zu pflanzen.

 

 Damit diese Rechte, Pflichten und Grünförderungsmaßnahmen gerecht und effektiv organisiert und kommuniziert werden, wünschen wir uns für Braunschweig eine Gehölzschutz- und Fördersatzung.

 

12.05.2019

 


Jasperallee Zugversuche: 17 Bäume werden gefällt

Die Stadt hat soeben in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass morgen, am 7.5.2019, acht alte Ahorne auf der Jasperallee gefällt werden. Donnerstag oder Freitag sollen neun weitere folgen. Die Zugversuche hätten ergeben, dass diese 17 Bäume nicht mehr standsicher seien.

Wir bedauern den Verlust der alten Bäume sehr. Klar ist jedoch, dass die Sicherheit von Menschen Vorrang haben muss.

die nun betroffenen 17 Bäume nicht als verkehrsunsicher eingestuft hatte.
Da Braunschweig nun weitere 17 alte Bäume verliert, werden wir uns umso mehr für alle alten und jungen Bäume im Stadtgebiet einsetzen. Die Wohlfahrtswirkung von alten Bäumen lässt sich durch Neupflanzungen schließlich erst nach Jahrzehnten ersetzen. Selbst die umfangreichen Pflanzaktionen der letzten Monate konnten die Baumverluste der letzten Jahre bei weitem nicht ausgleichen.
Wir brauchen dringend wieder eine Gehölzschutzsatzung, um Bäume und Sträucher vor unnötigen Fällungen und Verstümmelungen zu schützen.

 

6.5.2019

 

 

 


Presseerklärung zum umgestürzten Silberahorn auf der Jasperallee: BI Baumschutz begrüßt Zugversuche

Foto: Siegfried Schmidt
Foto: Siegfried Schmidt

 Heute, am 23.04.2019 ist auf der Jasperallee ein Silberahorn (Nr. 350) im Sturm umgestürzt. Dabei wurde eine Radfahrerin leicht am Kopf verletzt. 

Dazu haben wir folgende Presseerklärung verfasst: 

 

"Auch wenn wir besonders die alten Stadtbäume erhalten wollen, müssen sie trotzdem so sicher wie irgend möglich sein, denn natürlich sind Leben und Unversehrtheit der Bürger*innen das Wichtigste! Die Stadt hat immer wieder betont, dass die Bäume verkehrssicher sind." so Paul Baumann von der BI Baumschutz. Weiter sagt er: "Wir sind froh, dass nicht Schlimmeres passiert ist und wünschen der betroffenen Radfahrerin gute Genesung!"

 

Die BI Baumschutz begrüßt die von der Stadtverwaltung angekündigten Zugversuche für die Silberahorne auf der Jasperallee.

 

 Dazu Baumschützerin Sabine Sambou: „Zugversuche sind die beste Möglichkeit, wie die Stadt für größtmögliche Sicherheit sorgen kann, ohne gleich alle Stadtbäume zu fällen, weil Sturmschäden nie ganz auszuschließen sind.

Deswegen schlagen wir vor, dass die Stadt in Ausrüstung und Personal für diese Methode investiert, damit Zugversuche nicht weiterhin teuer extern vergeben werden müssen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels mit zunehmend stärkeren Stürmen dürfte das eine besonders sinnvolle Investition sein.“

 

Die Auswertung der 23 Baumstümpfe auf der Jasperallee durch Fachleute hatte ergeben, dass das externe Gutachten vom 28.06.18 eine Fehlerquote von 48 % aufweist. Dabei waren Bäume sowohl vitaler als auch gefährlicher als im Gutachten eingestuft.

 

Der jetzt durch den Sturm gefällte Baum beispielsweise hatte die Bewertung ‚fällen: nein‘, ‚mittelfristig erhaltenswert‘ und ‚mittlere Vitalität‘, obwohl die Stadtverwaltung im Nachhinein Wurzelfäule diagnostiziert hat und der Baum aus Sicherheitsgründen hätte

 gefällt werden müssen. Zugversuche sind offensichtlich viel zuverlässiger“, so Edmund Schultz von der BI Baumschutz.

 

23.4.2019

 


Jasperallee: Neue Bäume, angetreten!

Die neuen Bäume auf der Jasperallee wurden diese Woche gepflanzt. Gleichförmig n Reih und Glied und trotz ihrer relativen Größe recht verloren stehen sie nun da, wo bis Anfang Februar 23 große, unverwechselbare  Ahorne standen. 

Hier sieht man deutlich das Missverhältnis zwischen Baumgröße und Wurzelballen. Derart misshandelte Baumschulbäume* sind zwar praktisch und marktüblich, aber weder werden sie besonders standfest, noch erreichen sie eine normale Vitalität**. In den ersten Jahren müssen sie mangels natürlich gewachsener Wurzeln gestützt werden.
Wir heißen die Linden trotzdem willkommen.
Viel lieber sähen wir sie natürlich auf den vielen leeren Baumscheiben in der Nachbarschaft anstatt auf den Gräbern ihrer vorzeitig gefällten Vorgänger!

* https://youtu.be/Bw4HBCSnE2M

** aus „Bäume verstehen“ von Peter Wohlleben 2011, Seite 129:
Die Baumschule steht … vor einem ... Problem. Jeder Baum wächst zunächst mit seiner Wurzel kräftig in die Tiefe, bevor er oberirdisch an Höhe zulegt. Zugleich mit dem Höhenwachstum des Stamms gehen die Wurzeln dann auch noch in die Breite, mindestens so viel, wie die Kronenausdehnung beträgt. … Derartig sperrig kann man Bäume nicht vermarkten. Und ... die Antwort auf die Frage, wo denn nun etwas abgeschnitten werden kann, ganz einfach: an den Wurzeln. Dazu wird in der Baumschule jede Pflanze einmal im Jahr ausgehoben und (meist maschinell) beschnitten, sodass sich die Wurzel dicht unter dem Stamm fein verzweigt und entsprechend viele der wichtigen feinen Ausläufer bildet. Nur mit diesen kann der Baum trinken. Macht man das über einige Jahre, so bekommt der Baum einen kompakten, aber kleinen Wurzelballen, der bestens in einen Topf passt. … Alle sind zufrieden - bis auf den Baum. Er ist über diese Behandlung ein rechter Wackelkandidat geworden und muss mit Pfählen über einige Jahre gestützt werden. … Einmal beschnitten, geht die Wurzel nicht mehr in die Tiefe, sondern verweilt in den oberen 30 bis 40 Zentimetern. Sollten Sie also die Wahl haben, so ist das Heranziehen eines Baums direkt aus dem Samen an Ort und Stelle die beste Variante. Soll es ein veredelter Baum aus dem Gartencenter sein, so gilt die Devise: je kleiner, desto besser! Denn den kleinen Exemplaren lässt man, gemessen an ihrer Sprosslänge, prozentual viel mehr Wurzeln. Zudem fällt ihnen das Anwachsen deutlich leichter, so dass die Ausfallrate entsprechend gering ist.... Die Kleinen danken es mit einem rascheren Wuchs und haben die großen Kollegen in der Regel nach fünf Jahren wieder eingeholt und sind dann sogar gesünder und standfester geworden."

 


Viel lieber als dort, wo es schon Bäume gab  hätten wir die neuen Linden dort gesehen, wo tatsächlich Bäume fehlen. Im Umkreis der Jasperallee haben wir in kürzester Zeit ca. 200 leere Baumscheiben gefunden. Eine Auswahl:


Wo ist der Bauschutt?

Heute, am 11.3.2019 haben die Baggerarbeiten zum Bodenaustausch auf dem Mittelstreifen der Jasperallee begonnen. Bis zum 14.2.2019 standen hier noch 23 große, alte Ahorne.

Die Stadt hat als Begründung für die Fällung im Vorfeld davon gesprochen, dass der Boden viel Bauschutt enthalte, der verhindere, dass die Bäume wachsen. 

Schon die ersten Probegrabungen an mehreren Stellen auf dem Mittelstreifen brachten jedoch kaum Bauschutt zutage.

Auch jetzt ist es so: wer hier nennenswerte Mengen Bauschutt sehen will, möge sich eine Schubkarre voll selber mitbringen...

 


Die Stadt hat am 21.2.2019 die ersten 23 Ahornbäume auf der Jasperallee vernichtet


Mahnwachen für die Bäume der Jasperallee vor der Fällung, 19./20. 2. 2019


Jasperallee in Funk und Fernsehen

Montag, 25.02.2019 NDR:  Wahr schön gut

(Sendung ist zur Zeit leider nicht verfügbar)

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Wahr-Schoen-Gut-Kulturkritik-auf-Punkt,kulturjournal6622.html

 

Donnerstag, 21.2.2019 auf RTL Nord

https://www.rtlnord.de/nachrichten/allen-protesten-zum-trotz-stadt-braunschweig-laesst-erste-baeume-in-der-jasperallee-faellen.html

 

Mittwoch, 6.2.2019 auf RTL Nord ab 19 Uhr. 

Danach abrufbar unter  https://www.rtlnord.de/start.html

 

Donnerstag, 7.2.2019 in der Wunschkiste von 20 - 21 Uhr live auf Radio Okerwelle

 

Donnerstag, 14.2.2019 ab 22.15 Uhr auf Kabel 1 im K 1 Magazin

https://www.kabeleins.de/tv/k1-magazin/videos/20197-thema-u-a-zurueck-bei-wirtin-soula-was-bleibt-von-frank-rosins-hilfe-ganze-folge

  Der Bericht beginnt bei 1:10 min. auf Seite zwei.

 

sowie natürlich weiterhin im Netz

extra3 - Der reale Irrsinn - Jasperallee: Bäume fällen für neue Bäume

https://www.youtube.com/watch?v=MIQTg1XD98A&list=PLNKDMZooWEsNrNhCi3kVqHZrhsbM2ITpj&index=6&t=3s


Presseerklärung: Denkmalschutz - Thema verfehlt?

Wir entschuldigen uns für einen Fehler, der uns hier  in einer früheren Fassung unterlaufen ist: nicht der Fachbereich für Stadtgrün und Sport hatte die Stellungnahme der Oberen Denkmalschutzbehörde erbeten.

Vielmehr war dies das Referat Stadtbild und Denkmalpflege.

BI Baumschutz will Rechtsmittel prüfen lassen, um die Bäume auf der Jasperallee zu retten - und plant für Sommer 2019 ein Ahornfest!

 

Aufgrund eines Rats-Antrages der BIBS-Fraktion hatte das Referat Stadtbild und Denkmalpflege, schon bevor Rat und Ausschüsse darüber beraten und entschieden haben, eine Stellungnahme der oberen Denkmalschutzbehörde zur Jasperallee erbeten.

Die Baumschützer/innen kritisieren, dass diese Stellungnahme den Ratsmitgliedern und der Öffentlichkeit erst 1,5 Stunden vor der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 30.01.19 bekannt gegeben wurde. Ratsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und gehen in der Regel bis kurz vor den Sitzungen ihrer normalen Berufstätigkeit nach. "Dadurch konnten die Ausschussmitglieder sich weder vor der Sitzung mit der überraschenden neuen Situation befassen noch sich innerhalb ihrer Fraktionen darüber austauschen. Anständigerweise hätte man das Thema deswegen auf die nächste Sitzung verschieben müssen" so Baumschützerin Renate Rosenbaum. Weiter führt sie aus: "Da die Stellungnahme vom 25.01.19 stammt, also fünf Tage unter Verschluss blieb, kann man hier durchaus Absicht unterstellen. Das Gleiche gilt auch für das Baumgutachten vom 28.06.18 von Dr. Scherer, das über zwei Monate geheim gehalten und erst kurz vor der Bezirksratssitzung am 05.09.18 veröffentlicht wurde. Auch der umfangreiche Ursprungsantrag der Verwaltung über die von ihr gewünschten Fällungen und Neupflanzungen für 392.000 Euro wurde erst am Vortag der Sitzung des Grünflächenausschusses bekannt gegeben. Es hat den Anschein, als ob das Projekt gegen jede Kritik mit allen Mitteln und um jeden Preis durchgeboxt werden soll!"

Sabine Sambou von der BI Baumschutz beschäftigt sich mit der Stellungnahme: "Wir haben nicht den Eindruck, dass der Denkmalschutz hier die Aufgabe erfüllt, die ihm seinen Namen gibt. Fotos aus den letzten Jahrzehnten zeigen eindeutig, dass die letzten 70 bis 100 Jahre kleine, große, junge und alte Bäume nebeneinander standen. Genau dies ist der Zustand, der 1995 als Gesamtensemble unter Denkmalschutz gestellt wurde und den eine Denkmalschutzbehörde schützen sollte. Wozu geben wir sonst Steuergelder für diese Behörden aus?"

Baumschützerin Birgit Huvendiek geht ins Detail: "Der erste Absatz beschreibt eine allgemeine Definition von Alleen, wie man sie leicht in Literatur oder Internet finden kann. Sie trifft auf jeden beliebigen Zustand der Jasperallee zu. Im zweiten Absatz wird die offensichtliche Tatsache beschrieben, dass 'nicht mehr Bäume gleichen Alters und sehr ähnlicher Form die freien Flächen gliedern.' Es ist natürlich logisch, dass es nicht mehr so aussieht, wie in den ersten Jahrzehnten nach der ersten Pflanzung 1897. Es steht ja auch nicht dieser uralte Zustand unter Denkmalschutz, sondern der lebendige, heterogene Zustand von 1995, den man auch heute sieht. Woraus die Behörde dann im letzten Absatz den Schluss zieht, die Fäll- und Pflanzpläne der Braunschweiger Stadtverwaltung seinen "angemessen", erschließt sich aus dem Text überhaupt nicht. Unter einem Schulaufsatz würde stehen 'Thema verfehlt!'"

Edmund Schultz von der Bürgerinitiative ergänzt: " Inzwischen interessieren sich immer mehr TV-Satire-Magazine für das absurde Treiben in Braunschweig, sogar das ZDF. Apropos Satire: Uns irritiert auch, dass ausgerechnet eine Denkmalschutzbehörde im zweiten Absatz ihrer Stellungnahme den Schluss zieht, '... dass hier grundlegend neue Bodenstrukturen für das gesunde Baumwachstum geschaffen werden müssen.' Da fragt man sich doch, ob jetzt auch Biolog/inn/en im Denkmalschutz arbeiten? Oder gibt es geheime neue Erkenntnisse zur historischen Bodenbeschaffenheit? Am 17. Januar diesen Jahres wurden wir zufällig Zeuge von etwa 29 Rammkernsondierungen. Dabei wurde erfreulicherweise überall recht guter Boden festgestellt, obwohl die Arbeiter ihrer Aussage nach eigentlich schlechten Boden und viele Steine finden sollten. Für uns gab es so viele kleine und große Irritationen, dass wir jetzt Rechtsmittel prüfen lassen wollen. Wir sind gespannt auf die Ratssitzung am 12.02.19. und für den Sommer planen wir auf der Jasperallee ein Ahornfest!"


#unfällbar: Über 400 Menschen für die Bäume der Jasperallee, für mehr Bäume in der ganzen Stadt, für eine Baumschutzsatzung und für konsequenten Klimaschutz!

Foto: Jörg Scheibe
Foto: Jörg Scheibe

Wir waren trotz Wind und Regen über 400 Menschen am Samstag, die bunt und laut für den Erhalt der 87 Ahorne auf der Jasperallee, für alte und neue Bäume in der Stadt, für eine Baumschutzsatzung und für effektiven Klimaschutz demonstriert haben. 

Begleitet wurden wir von der großartigen Sambattac-Gruppe, die ordentlich für Stimmung sorgte, sowie von einem Lautsprecherfahrrad von Sonnensystem mit perfekter Technik. Ganz herzlichen Dank dafür!

Anwesend waren auch zahlreiche Medienvertreter, darunter der NDR (Hallo Niedersachsen), die Braunschweiger Zeitung und Radio Okerwelle.

Nach der Auftaktkundgebung auf der Jasperallee zogen wir mit Zwischenkundgebungen auf dem Schlossparkplatz, Kohlmarkt, Ringerbrunnen zum Rathaus, wo noch eine Abschlusskundgebung stattfand.

Danke an alle, die dabei waren, die mit dazu mobilisiert haben, dokumentiert, gespendet oder uns auf vielfältige Weise unterstützt haben.

Wir sind viele und wir geben nicht auf: 

 

Jaspi - bleibt!!!

 

Alle nachfolgenden Fotos: Jörg Scheibe


#unfällbar - Demo am Samstag, 12.01.2019 um fünf vor zwölf, Jasperallee

Für die Bäume auf der Jasperallee,
für Braunschweig alte Bäume,
für viele neue Bäume,
für eine Baumschutzsatzung
für konsequenten Klimaschutz!

#unfällbar - großes Medieninteresse im Vorfeld

Schon im Vorfeld der #unfällbar-Demo gibt es ein großes Medieninteresse. Gestern war Drehtermin mit der Fernsehproduktionsfirma B.L. & P. Film aus Kassel. Gedreht wurde auf der Jasperallee und in den Räumen der BIBS im Rathaus.

Außerdem waren wir bei ffn, die ein Interview mit uns aufgezeichnet haben und den Beitrag in den nächsten Tagen ausstrahlen werden. 


Offener Brief zum Bauvorhaben an der Petrikirche

 Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig

 c/o Umweltzentrum Braunschweig e. V.

 Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig

 bi-baumschutz-braunschweig@gmx.de

 

 

An die

Gemeinde St. Petri

Frau Pfarrerin Geyer-Knüppel und

Frau KV-Vorsitzende Borrmann

Lange Straße 33

38100 Braunschweig

 

 Offener Brief: Bauvorhaben St. Petri

 

Braunschweig, 9. Dezember 2018

Sehr geehrte Frau Pfarrerin Geyer-Knüppel,

sehr geehrte Frau KV-Vorsitzende Borrmann, sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Gemeinde plant die Bebauung der Freifläche zwischen Ihrer Kirche und dem Neubau der Braunschweiger Zeitung.

 

Dies hat direkte Auswirkungen auf das Stadtklima; im Sommer ist eine Überhitzung um bis zu 7°C zu befürchten. Jede weitere Verdichtung wirkt sich negativ aus.*

 

Davon abgesehen wünschen wir, die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig, uns natürlich

- den Erhalt der sechs wertvollen alten Bäume auf der Freifläche
- den Erhalt der Fläche grün und unversiegelt
- die Lange Straße nicht noch mehr zur Straßenschlucht zu machen (Luftzirkulation)
- den freien Blick an dieser Stelle nicht mit Gebäuden zu verstellen
- den Blick auf Ihre schöne alte Kirche nicht einzuschränken
- und nicht zuletzt die Abkürzung über die Wiese für den Fuß- und Radverkehr zu erhalten.

Bitte sehen Sie von diesem Bauvorhaben ab!

Gerade Christinnen und Christen und andere Gläubige sind der Bewahrung der Schöpfung besonders verpflichtet.

 

Inzwischen lesen wir alle paar Wochen verschiedene UN-Klimaberichte mit dem Inhalt, dass wir Menschen dabei sind, innerhalb der nächsten zwei bis fünf Generationen die Lebensbedingungen für alle Lebewesen auf unserer Erde komplett zu zerstören. Die Erde kann in ein paar hundert Millionen Jahren neues Leben hervorbringen, aber wir Menschen und Tiere sind dann ausgestorben. Wir haben nur noch zwölf Jahre Zeit, dem entgegen zu wirken!
Dafür brauchen wir - jetzt - jeden Baum, besonders die großen alten Bäume und auch viele neue, denn diese bauen das CO2 ab und produzieren unsere Atemluft.

Natürlich wirkt sich beispielsweise die Zerstörung der Regenwälder quantitativ wesentlich gravierender auf das Klima aus als das Fällen von sechs Bäumen in Braunschweig für ein Wohnhaus, aber wie heißt es frei nach Johann Wolfgang von Goethe: ein jeder kehre zuerst vor seiner eigenen Türe!

Mit hoffnungsvollen freundlichen Grüßen
Sabine Sambou und
Edmund Schultz

 

* Quelle zum Beispiel:

 

https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/mitteilungen.msg-id-73109.html

 

(aktuelle Veröffentlichung des Bundesamtes für Umwelt der Schweiz).

 


Jasperallee nach dem Ratsentscheid für die Fällung, 7. 11. 2018

6.11.208: Der Rat beschließt Fällung der 87 Bäume auf der Jasperallee

Heute hat der Rat der Stadt mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und AfD die Fällung der alten Ahorne auf der Jasperallee beschlossen.

Dagegen gestimmt haben BIBS, Grüne, Linke und P2. Das von der BIBS eingebrachte Moratorium lehnten CDU, SPD, FDP und AfD ebenfalls ab.

Unbegreiflich ist es uns und vielen Menschen, mit denen wir gesprochen haben, warum hier wertvolle, alte Bäume ohne Not und für viel Geld gefällt werden sollen, obwohl überall in der Stadt Bäume fehlen, die nicht vollständig ersetzt werden können, weil die Mittel dafür fehlen.

Bezeichnend, dass die Verwaltung im Rat den Vorgang nur als "Bäume entnehmen" beschrieb, als wenn man einem Besteckfach einen Löffel entnähme, den man jederzeit wieder zurücklegen könnte. Was für ein unglaublich harmloser Begriff dafür, alle alten, großen, lebendigen, charaktervollen und von vielen wertgeschätzte Bäume für immer zu vernichten.


3.11.2018: Mit 150 Menschen und 15401 Unterschriften für die Bäume von der Jasperallee zum Rathaus


Demo - Samstag, 3.11.2018 um 11 Uhr                                         "Jasperallee-Bäume erhalten - mehr Bäume in die ganze Stadt"

Am Samstag ziehen wir laut und bunt von der Jasperallee bis zum Rathaus mit unserer Forderung

 

"Jasperallee-Bäume erhalten - mehr Bäume in die ganze Stadt!"

 

Kommt alle zu unserer Demo! Bringt Eure Kinder, Freundinnen und Freunde mit! Bitte teilt, liked und verbreitet diesen Aufruf!

 

Aktuell: Am Dienstag, 6. Nov. um 14°° im Rathaus entscheidet der Stadtrat endgültig! Die SPD war bis kurz vor der GFA-Sitzung noch unentschlossen und hat dann gemeinsam mit CDU und AfD gegen die Bäume gestimmt. Vielleicht können wir da noch etwas bewegen... Versuchen Sie weiter, die SPD-Ratsleute umzustimmen.

https://www.spd-ratsfraktion-braunschweig.de/gruppen/fraktion/

 

Die Stadt braucht 2.000.000 €, um alle fehlenden Bäume auf städtischem Gebiet zu ersetzen. Sie hat dafür aber nur 800.000 € zu Verfügung. Es fehlen 1.200.000 €. Die CDU ruft die Bürger/innen zu Spenden für Baumpatenschaften auf (BZ vom 12.09.18). Wir können nicht verstehen, dass Ratsleute angesichts dieser Tatsachen dafür stimmen, 87 wertvolle alte Bäume fällen zu lassen (von denen laut Gutachten 66 als ausreichend vital und erhaltenswert eingestuft sind) und diese für 392.000 € durch 114 sehr teure neue 6-Meter-Bäume zu ersetzen.

 

Wir machen weiter!

 

Update: im nunmehr vierten Anlauf haben wir endlich einen Termin für die Übergabe der Unterschriften an Oberbürgermeister Markurth erhalten, am Montag. Sein Stellvertreter Geiger wird auch dabei sein. Wir freuen uns, dass die Übergabe nun in einem angemessenen Rahmen stattfinden kann.


CDU, SPD und AfD stimmen für den Tod der Jasperalleebäume!

Auf dem zusammengelegten Grünflächen- und Planungs-und Umweltausschuss am 25.10.2018 stimmten CDU, SPD und AfD für das Fällen und damit den Tod der 86 Jasperalleebäume.

Das, obwohl drei Probegrabungen (kurz vor der Ausschusssitzung) in 1,5m Tiefe deutlich gezeigt haben, dass kein nennenswerter Bauschutt vorhanden ist

Auch aus finanzieller Sicht ist das nicht nachzuvollziehen.

Allein um die mehreren tausend von Stürmen gefällte oder aus anderen Gründen fehlenden Stadtbäume zu ersetzen, bräuchte die Stadt 2.000000€. Tatsächlich zur Verfügung stehen dafür jedoch lediglich 800.000€.

Trotzdem haben CDU, AfD und SPD, beschlossen, 392.000 € dafür auszugeben, 87 existierende und ausreichend vitale Ahorne in der Jasperallee zu vernichten, um dafür 114 überteuerte neue Linden zu pflanzen.

Angesichts dieses Schildbürgerstreichs gegen eine überwältigende Mehrheit in der Bevölkerung kann man nur hoffen, dass das bis zur nächsten Kommunalwahl nicht vergessen wird.


Pressemitteilung - Der Bund der Steuerzahler mischt sich ein

Auf die Diskussion um den Erhalt der alten Bäume auf der Jasperallee ist jetzt auch der Bund der Steuerzahler (BdSt) aufmerksam geworden. Dazu die BI Baumschutz: "Zu Recht, denn immerhin gehören die vitalen, wertvollen alten Bäume zum Stadtvermögen!" Für Baumschützerin Brigitte Dittrich steht fest: "392.000 € dafür auszugeben, 87 noch vitale, erhaltenswerte Bäume aus diesem Stadtvermögen zu vernichten, um dafür teure andere Bäume zu pflanzen, während ansonsten in Braunschweig mehrere tausend Bäume fehlen, ist kein verantwortungsbewusster und sparsamer Umgang mit Steuergeldern - sondern das Gegenteil!"

In dem Schreiben des BdSt an Oberbürgermeister Markurth vom vergangenen Montag werden sieben Fragen zum Sachverhalt und zu den Kosten gestellt, insbesondere nach Bäumen auf Bauschutt. Im Bürgerpark, in Kralenriede und im Kennel (Bahndamm) gibt es sogenannte "Trümmerberge" mit gesundem Baumbewuchs.

"Auch uns interessiert die Frage nach Bauschutt im Untergrund. Niemand weiss, wie dick diese Schicht ist. Können Sie sich vorstellen, dass die Leute nach dem Krieg auf dem Mittelstreifen der Jasperallee einen tiefen Kanal ausgehoben haben, um diesen mit Kriegstrümmern zu füllen, während auf dem Ring regelmäßig die Trümmerbahn für den Abtransport vorbeigefahren ist? fragt sich Baumschützerin Renate Rosenbaum. Am kommenden Mittwoch um 11:30 Uhr will des Amt für Stadtgrün und Sport eine Probegrabung in der Jasperallee durchführen. Baumschützerin Sabine Sambou hat Bedenken: "Vielleicht ist die Probegrabung zufällig genau an einer Stelle, an der früher ein Bombentrichter mit Trümmern gefüllt wurde. Um ein objektives Bild des Untergrundes zu erhalten, sollten wenigstens fünf Grabungen erfolgen."


Zweite Bitte um einen Gesprächstermin mit Herrn OBM Markurth - offener Brief

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Markurth,

 

das Gutachten zu den Jasperalleebäumen enthält mehr Zündstoff als die bereits geschilderten Fehler.

 

Bei einer Recherche im städtischen Baumkataster haben wir bemerkt, dass dort exakt deckungsgleich dieselben Fehler sind wie in dem Gutachten (zwei nicht existierende Bäume aufgelistet und zwei real existierende Bäume nicht aufgelistet). So etwas kann kein Zufall sein.

 

Das halten wir vielmehr für einen eindeutigen Beweis dafür, dass das Gutachten abgeschrieben ist von den Angaben der Stadtverwaltung (zumindest teilweise) und dass die Firma nicht Baum für Baum untersucht und dokumentiert haben kann. Andernfalls hätte sie die Fehler bemerken müssen und hätte sie nicht blind übernommen!

 

Das Gutachten ist damit unglaubwürdig und sollte unseres Erachtens nach reklamiert, wiederholt und keinesfalls aus Steuermitteln bezahlt werden.

 

Derart sensibilisiert haben wir den Umfang aller 87 Bäume nachgemessen und auch dabei Fehler gefunden - die Umfänge weichen zwischen minus 29 % und plus 14 % von den Angaben im Gutachten ab (siehe Anlage).

  

Die Beantwortung unseres Offenen Briefes haben Sie der zuständigen Fachverwaltung übertragen (inzwischen eingetroffen).

 

Mit dieser Fachverwaltung Stadtgrün und Sport stehen wir in einem konstruktiven Dialog und haben in den nächsten Tagen wieder einen Gesprächstermin.

 

In dieser Angelegenheit allerdings haben wir gerade Sie als „übergeordnete Instanz“ um Hilfe gebeten, weil wir bei diesem Thema mit eben genau dieser Fachverwaltung Differenzen haben. Wir haben den Eindruck, dass wir und die weit über 10.000 Bürgerinnen und Bürger, die in dieser Sache hinter uns stehen, von der Politik nicht beachtet und übergangen werden und wir den Baumfällplänen der Fachverwaltung chancenlos ausgeliefert sind.

 

Das halten wir für zutiefst undemokratisch, für das Gegenteil Ihres „ISEK“, für klimaschädlich, für unökologisch und für unökonomisch. Ganz davon abgesehen, dass die Bäume Lebewesen sind, die uns jahrzehntelang trotz aller Widrigkeiten Freude bereitet haben…

 

Hiermit bitten wir Sie nochmals um ein Gespräch.

 

Mit umweltfreundlichen Grüßen

 

Edmund Schultz und

Sabine Sambou


Dringend: Wie weiter mit der Jasperallee? Emails an StadtpolitikerInnen schreiben!

Schon im November könnten die ersten Bäume fallen!

  

Der Bezirksrat Ost hat mit den Stimmen der SPD, CDU und FDP für die Fällung aller 87 Bäume gestimmt (Grüne, BIBS und Linke dagegen).

 

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen: am Mittwoch, 24.10.18 treffen Grünflächenausschuss und Planungs- und Umweltausschuss die letzte Vorentscheidung. Endgültig entscheidet dann der Stadtrat am Dienstag, 06.11.18.

 

Wenn wir insbesondere SPD, CDU und FDP nicht überzeugen können, könnte die Kahlschlagvariante eine Mehrheit im Rat bekommen!

Darum bitten wir, an die StadtpolitikerInnen, Verwaltung, BZ und Medien (bitte cc an uns) zu schreiben. Fordert sie auf, die alten, wertvollen Bäume zu erhalten, zu pflegen und Probegrabungen und -pflanzungen in den Lücken durchzuführen und das eingesparte Geld für Baumpflanzungen zu verwenden. Kein Kahlschlag!

 

Informationen und Argumente ganz unten. Hier die Links zu Namen und Adressen:

 

Grünflächenausschuss

https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/au020.asp?AULFDNR=9&altoption=Ausschuss

 

Planungs- und Umweltausschuss

https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/au020.asp?AULFDNR=11&altoption=Ausschuss

 

Stadtrat

https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/pa021.asp

 

Bezirksrat Östliches

https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/au020.asp?AULFDNR=20&altoption=Stadtbezirksrat

 

Mit einer E-Mail an den Oberbürgermeister Ulrich Markurth kann man auch darum bitten, das sein Büro diese an einzelne oder alle Mitglieder des gewünschten Gremiums weiterleitet. Das ist keine Gefälligkeit, sondern ein übliches demokratisches Verfahren.

 

obm@braunschweig.de

 

Gleiches gilt für die Ratsfraktionen:

 

spd.fraktion@braunschweig.de

 

cdu.fraktion@braunschweig.de

 

gruene.ratsfraktion@braunschweig.de

 

bibs.fraktion@braunschweig.de

 

linksfraktion@braunschweig.de

 

fdp-fraktion@braunschweig.de

 

fraktion@piratenpartei-braunschweig.de

 

(=Piraten und Die Partei)

 

Medien:

 Braunschweiger Zeitung:

 redaktion.braunschweig@bzv.de, joern.stachura@bzv.de, leser-seite@bzv.de

  

Weitere Medien:

 

braunschweig@antenne.com, braunschweig@ffn.de, braunschweig@regionalheute.de, halloniedersachsen@ndr.de, info@radio21.de, kontakt@braunschweig-spiegel.de, nachrichten@okerwelle.de, nb-redaktion@nb-online.de, ndr.braunschweig@ndr.de, redaktion@braunschweigreport.de, redaktion@funkhaus-halle.de, redaktion@news38.de, redaktion@radio38.de, redaktion@umweltzeitung.de

 

Argumentationshilfe

Mittlerweile haben sich über 4600 Menschen an unserer Meinungsumfrage beteiligt und sich für eine sanfte Umwandlung ausgesprochen (Nachbepflanzen der Lücken mit kleinen jungen Linden und Fällung und Ersatz nur, wenn Bäume nicht mehr verkehrssicher sind). Zusätzlich hat unsere Online-Petition bisher über 10.100 Unterschriften erzielt. In zahlreichen Gesprächen an unseren Infoständen haben wir ebenfalls viel Unterstützung für unseren Vorschlag erfahren.

 

Weitere Argumente:

  • Denkmalschutz sieht nichts dergleichen vor

  • Bäume sind nicht krank, nicht gefährlich

  • Wohlfahrtswirkung großer Bäume

  • Gutachten ist aufgrund von gravierenden Fehlern nicht vertrauenswürdig

  • angesichts von riesigen Baumverlusten aufgrund schwerer Stürme 2015 bis 2018 sowie Trockenheit und Hitze 2018 sollte nur noch nachgepflanzt werden und jegliche Fällungen sind gänzlich zu vermeiden

In unserem Argumentationspapier (auf dieser Internetseite als PDF verfügbar) steht vieles noch ausführlicher!

 

So könnte es weitergehen:

  • Auf städtischem Portal „Mitreden“ für die Bäume stimmen

  • Einwohneranfragen einreichen für Grünflächenausschuss am 24.10.18

  • Petition verbreiten, überall um Unterstützung für die Sache werben

           https://weact.campact.de/petitions/jasperallee-baume-retten-in-braunschweig

  • Uns auf facebook liken, teilen und positiv bewerten

  • Vorschläge Änderungsanträge an Ratsfraktionen

  • Medienwirksame Übergabe der Unterschriften

  • Grünflächenausschuss am 24.10.18 zahlreich besuchen und EinwohnerInnenanfragen stellen (Formular auf der Internetseite der Stadt, mindestens 30h vorher einreichen, bitte cc an uns)

  • Stadtrat am 06.11.18 zahlreich besuchen und EinwohnerInnenanfragen stellen (s.o.)

 

Jasperallee: Offener Brief an Oberbürgermeister Herrn Markurth

Vorschläge und Wünsche für weiteres Vorgehen

Braunschweig, 19. September 2018

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Markurth,

 

das Baumgutachten zur Jasperallee hat uns sehr irritiert. Die gravierenden Fehler, die uns aufgefallenen sind (z. B. wurden die Bäume Nr. 720 und 1110 detailliert bewertet, obwohl es diese Bäume gar nicht gibt), können Sie der beigefügten Presseerklärung vom 13.09.2018 entnehmen (Anlage 1). Wir haben dadurch leider das Vertrauen in das Gutachten verloren.

Die von der Verwaltung benutzte Visualisierung der von ihr gewünschten neuen Linden soll Bäume von fünf bis sieben Metern Höhe zeigen. Wie der frühere Architekt Hans-Ulrich Wanzelius jetzt analysiert hat (siehe Anlage 2), zeigt sie in Wirklichkeit Bäume von neun bis zehn Metern Höhe. So wird es erst in fünf bis zehn Jahren aussehen, nicht aber – wie hier suggeriert – im Frühjahr 2019. Seit langer Zeit leider gar nicht mehr gezeigt wird die zweite von der Stadtverwaltung angefertigte Visualisierung, die die Allee mit den bisherigen alten Bäumen und mit in den Zwischenräumen gepflanzten Linden zeigt (siehe Anlage 3). Diese beiden Aspekte zusammen wirken auf uns manipulativ.

Auch die Tatsache, dass der Gutachter ein aktives Mitglied der gleichen Partei ist wie der Antragsteller und der Dezernent, ist nicht vertrauensfördernd.

Aus all diesen Gründen bitten wir Sie um ein neues Gutachten. Dafür würden wir den Vorschlag von Bezirksratsmitglied Wolfgang Wiechers begrüßen, durch unserem ehemaligen Stadtgartenamtsleiter Prof. Dr. Kaspar Klaffke (jetzt Grünflächenamtsleiter in Hannover) ein neutrales Büro aussuchen zu lassen.

Ebenso bitten wir Sie, die Entscheidung des Bezirksrates auf Grundlage eines neuen Gutachtens und realistischer Visualisierungen wiederholen zu lassen. Wir wünschen uns, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, dass sie mit abstimmen dürfen, dass beiden Seiten ausreichend Mittel und Möglichkeiten für die Veröffentlichung Ihrer Argumente zur Verfügung gestellt werden und dass ganz allgemein diesem Prozess wesentlich mehr Zeit eingeräumt wird. Es gibt keine Eile in dieser Angelegenheit!

Bis heute haben über 4.300 Bürgerinnen und Bürger sowie über 10.000 Menschen online durch ihre Unterschrift bekundet, dass sie unseren Weg einer sanften Restaurierung begrüßen – entsprechend einem zeitgemäßen Umgang mit dem erhaltenswerten und sensiblen Grün im städtischen Raum. Dieses hohe Maß an Beteiligung ist ein Engagement am ISEK, wie es sich eine Stadt nur wünschen kann!

Zum Schluss noch ein ganz neuer Aspekt: in Berlin ‚Unter den Linden‘ wurden Alleebäume derart beschnitten, daß sie nicht alle gleichmäßig aussehen, damit sie durch die dann bessere Luftverwirbelung wesentlich mehr Feinstaub aus der Luft filtern (siehe Anlage 4). So wie die Jasperallee schon heute.

Herr Markurth, wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Zeit für ein Gespräch finden würden!

 

Mit umweltfreundlichen Grüßen,

Edmund Schultz und Sabine Sambou

für die

Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig


Schöne grüne Weststadt? - Über 80 Bäume sollen gefällt werden!

Wird die Weststadt bald durch ein Wohnungsunternehmen aus Berlin in ein kahles Plattenbauviertel verwandelt?

 

Liebe AnwohnerInnen der Havelstraße, Lichtenberger Straße, Muldeweg, Dosseweg, Elsterstraße, Fuhneweg, Emsstraße, Travestraße, Eiderstraße und Warnowstraße,

 

Bitte lasst das nicht zu.

 

 Kontakt:                                       Ilona Meschke

                                                        0531 565 177

01577 35 10 547


BürgerInnenversammlung zur Jasperallee am 23.08.2018

Die Stadt wollte keine Informationsveranstaltung zur Jasperallee für alle BürgerInnen - darum haben wir gestern, am 23.8. selber eine BürgerInnenversammlung durchgeführt. Gekommen sind 60 Interessierte, außerdem 4 ReferentInnen der BI Baumschutz sowie der ehemalige Förster Karl-Friedrich Weber. Nach Kurzreferaten zum Stand der Dinge und zu einzelnen Aspekten (Bedeutung von großen Bäumen in der Stadt, Gesundheitszustand der Bäume, kritische Betrachtung der Begründung der Stadt, Vorstellung der einzelnen Modelle und "wie weiter?") folgte noch eine angeregte Diskussion. Klar war: die Bäume auf der Jasperallee sollen bleiben, die Lücken nicht! Wir haben viel positive Rückmeldungen zu unserer Arbeit und auch zu dieser Veranstaltung bekommen. Vielen Dank dafür! Ein ganz großes Dankeschön auch an Karl-Friedrich Weber sowie  die Freie Schule für die Unterstützung und dafür, dass wir bei euch zu Gast sein durften! Fotos: Ralf Martin, Dankeschön auch dafür!


Aktion "Lücken schmücken" in der Jasperallee am 17.08.2018

Vorbereitung auf dem Organic beats Festival am 10.08.
Vorbereitung auf dem Organic beats Festival am 10.08.

Wir haben heute in einer Aktion die 29 Baumlücken auf der Jasperallee mit großen, neongelben Kreisen und Heliumballons mit dem Hinweis "Baum fehlt" dekoriert. 

Wir wollen, dass die fehlenden Bäume umgehend wieder nachgepflanzt werden! Das hat die Stadt in den letzten fünf Jahren nicht mehr getan.

Darüber hinaus setzen  wir uns natürlich weiterhin dafür ein, dass die vorhandenen 86 Ahorne erhalten und nicht in einem sinnlosen Kahlschlag gefällt werden.

Wir haben wieder großen Zuspruch von PassantInnen und AnwohnerInnen bekommen und  viele Unterschriften (sowohl für unsere Meinungsumfrage auf Papier als auch für die online-Petition)für die Bäume gesammelt. Auch das Medienecho war gut:

 

https://www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article215104759/Protest-Jasperallee-Baeume-sollen-bleiben.html

 

https://www.news38.de/braunschweig/article215102031/Lueckenfueller-Buergerinitiative-trifft-sich-in-Jasperallee.html

 

https://www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article215117355/Protest-an-der-Jasperallee.html

 

https://regionalbraunschweig.de/jasperallee-baumschuetzer-machen-auf-luecken-aufmerksam/

 

 


Argumente zur Jasperallee:

das sagt die Verwaltung... und das sagen wir!

(leider nicht auf allen Mobilgeräten sichtbar, besser am PC)


Presseerklärung: Jasperallee-Bäume – weder Verkehrsgefährdung noch besondere Gefahr!

BI Baumschutz versendet Urlaubslektüre an Stadtratsmitglieder

Die Aussage des ehemaligen Försters Karl-Friedrich Weber zur Diskussion um die Bäume in der Jasperallee: "

Ich habe mir auf Bitten der Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig die Allee vor Ort angesehen. Kein einziger Baum ist eine Verkehrsgefährdung oder könnte ein potenzielle besondere Gefahr sein.“

 

Eine Einwohneranfrage im Stadtrat dazu, ob es eine „signifikante =Häufung von Unfällen oder Schäden durch die 56 Silberahorne auf der Jasperallee gab“ wurde am 12.06.18 von der Stadtverwaltung verneint. In der öffentliche Mitteilung Nr. 18-08464 der Stadtverwaltung vom 13.06.2018 heißt es: „Bei der Hälfte der noch verbliebenen Silberahorne sind umfangreiche Schädigungen zu diagnostizieren.“ Dazu schreibt die BI Baumschutz: „Das sind nur 28 von 86 Bäumen – also kein Grund, gut die dreifache Anzahl an Bäumen zu fällen! Laut Baumkataster sind sogar nur 23 Bäume "stark geschädigt", also nochmal fünf weniger als an dieser Stelle von der Stadt angegeben.“

 

Baumschützerin Sabine Sambou fragt rhetorisch: „Sieht man in das öffentliche Baumkataster, so findet man, dass die meisten Bäume in Braunschweig als mehr oder weniger „geschädigt“ eingestuft sind. Will die Stadtverwaltung hier den gleichen Maßstab anlegen wie in der Jasperallee und alle Bäume in Braunschweig fällen?“

 

„In einer Stadt zu leben ist für Bäume sehr stressig. Trotzdem schenken uns die Bäume, auch die, denen es nicht gut geht, oft noch viele Jahrzehnte ihre sogenannte 'Wohlfahrtswirkung'. Wer die Jasperallee entlang spaziert, spürt schnell, wie wohltuend die Wirkung der angeblich kranken Bäume ist. Es stören einzig und allein die 29 Lücken, die die Stadt nicht wieder bepflanzt hat. Wir plädieren hier für das sofortige Nachpflanzen von 29 kleinen Linden mit schützenden Büschen um die Stämme“ ergänzt Ilona Meschke.

 

Die o. g. Argumente sind Auszüge aus einer Gegenüberstellung der Veröffentlichung der Stadtverwaltung und den Argumenten der BI Baumschutz. Diese wurde den Mitgliedern des Stadtrates jetzt quasi als „Urlaubslektüre“ übersendet. Baumschützer Edmund Schultz hofft, damit den Stadtrat zu einer Entscheidung für eine „sanfte Umwandlung“ der Jasperallee in eine Lindenallee überzeugen zu können und meint: „wir sind sicher, dass wir damit jedes Argument der Stadtverwaltung ausreichend entkräftet oder widerlegt haben!“ Die detaillierte Argumentation mit Quellenangaben und ausführlichen Begründungen ist öffentlich einsehbar unter bi-baumschutz-braunschweig.jimdo.com. 

Braunschweig, 26.06.018

überarbeitet 29.06.2018


Wir haben die Jasperallee auf der  Ratssitzung am 13.06.2018 in der Einwohnerfragestunde  zum Thema gemacht! Außerdem haben wir Herrn OB Markurth die ersten 1000 Unterschriften der Meinungsumfrage für die Rettung der Bäume übergeben!

 

Braunschweig, 10.06.2018

 Pressemitteilung

  

BI Baumschutz will Kahlschlag in der Jasperallee verhindern

 Einwohneranfragen im Stadtrat, Unterschriftensammlung und Online-Petition

  

Die BI Baumschutz ist entsetzt über die angekündigte Kursänderung der Stadtverwaltung, die geplanten Baumfällungen an den Bürgerinnen und Bürgern und am Stadtrat vorbei durchzusetzen.

 

Deshalb wollen in der BI Baumschutz aktive Bürger/innen und andere Baumschützer/innen am kommenden Dienstag dazu Einwohneranfragen im Stadtrat stellen.

 

 „Wir wollen so die Öffentlichkeit und die gewählten Volksvertreter/innen für das Thema sensibilisieren und mit unseren Argumenten und der Haltung der Stadtverwaltung bekannt machen.“, so Baumschützerin Sabine Sambou, und „Wir hoffen darauf, dass der Stadtrat den Alleingang der Stadtverwaltung dann noch aufhalten wird.“

 

Mit einem „Mangel an Demokratie in der Entscheidungsfindung“ beschäftigt sich die Frage von Baumschützer Edmund Schultz:

 

 „Entgegen der Aussage der Stadtverwaltung gegenüber der Braunschweiger Zeitung am 16.02.2018 und gegenüber der BI Baumschutz am 19.03.2018 will die Stadtverwaltung jetzt plötzlich weder eine Bürgerinformationsveranstaltung noch eine Abstimmung im Stadtrat über verschiedene mögliche Varianten zur Gestaltung der Jasperallee durchführen. Stattdessen will sie nur den Grünflächenausschuss über ihre Pläne informieren. Die Bürgerinnen und Bürger sollen gar nicht gefragt werden. Was ist der Grund für diesen plötzlichen Sinneswandel und warum sollen nicht die Bürger/innen oder wenigstens ihre gewählten Vertreter/innen über diese bedeutende Gestaltungsmaßnahme in ihrer Stadt entscheiden dürfen?“

 

Für Baumschützerin Ulrike Rothbarth ist der Klimaschutz von großer Bedeutung:

 

  • Die heutigen Stadtbäume haben nur noch eine ca. 50-prozentige Lebenserwartung aufgrund vorzeitiger Alterung durch Belastungen wie Bodenkontamination (z. B. Streusalz), Verdichtung und Versiegelung der Böden, starken Trocken- und Kältestresses, Nährstoffmangel, eingeschränkte Wurzelräume etc. Das bedeutet, dass Bäume mit Zukunftseignung für den Klimawandel auszusuchen sind.
    Nach wie vor gehören Ahornarten zu den gut bestehenden Bäumen. Bei Linden gibt es aber seit 2006 ein durch einen Pilz (Stigmina pulminata) hervorgerufenes Triebsterben.
    Daher meine Frage: Sind Linden im Sinne von Zukunftstauglichkeit noch geeignet - oder sind Ergänzungen durch stresstolerantere Arten (denn Ahörner stehen schon da) für ein nachhaltiges Stadtklima sinnvoller?“

 

  Andere Baumschützer/innen beschäftigen Fragen nach der biologischen und sozialen Bedeutung der Bäume für Stadt, Mensch und Tier:

 

  • In der Jasperallee Theater bis Ring sind nur 56 von 86 Bäumen Silberahorne, von denen wiederum nur ein Bruchteil 65 Jahre alt ist (die anderen sind jünger).
    Diese wenigen Bäume werden aber als Begründung dafür herangezogen, dass alle 86 Bäume gefällt werden müssten. Gibt es tatsächlich eine signifikante Häufung von Unfällen oder Schäden durch diese Silberahorne?“

  • Wenn die 65-jährigen Silberahorne auf der Jasperallee aufgrund ihres Alters und stadttypisch durchschnittlich schlechten Gesundheitszustandes gefällt werden sollen, muss dieses folgerichtig auch für alle anderen vergleichbaren Silberahorne in Braunschweig gelten. Wann wird die Stadtverwaltung diese fällen, oder wenn nicht, warum sollen die einen mit dieser Begründung gefällt werden und die anderen nicht?“

  • Der Plan der Stadtverwaltung sieht vor, nach Fällung der Ahorne besonders große Linden von sechs Meter Höhe zu pflanzen für 390.000 € Gesamtkosten.
    Ich habe in der Fachliteratur gelesen und von Fachleuten bestätigt bekommen, dass derart große Bäume schlecht anwachsen und später auch eine deutlich schlechtere Standfestigkeit aufweisen als kleine Bäume, die auch wesentlich günstiger sind. Die großen Baumschulbäume werden jährlich hochgehoben und an den Wurzeln beschnitten, während bei kleinen Bäumen das Verhältnis von Stammlänge zu Wurzelballengröße viel günstiger ist. Dadurch können diese den Wachstumsvorsprung in etwa fünf Jahren einholen und sind dabei gesünder, standfester und erheblich günstiger.
    Vor diesem Hintergrund meiner Frage: warum pflanzt die Stadtverwaltung nicht einfach kleine Linden in die 29 vorhandenen Lücken?“

  • Wenn die Stadtverwaltung die 86 Bäume auf der Jasperallee fällen würde - warum und wie lange müßten die Bürgerinnen und Bürger die Wohlfahrtswirkung des aktuellen Baumbestandes entbehren, bis nachgepflanzte Bäume in Höhe, Größe und Wohlfahrtswirkung die bisherigen Bäume eingeholt hätten?“

  • Bienen sind aktuell hochgradig gefährdet. Ihr Schutz ist für die Menschheit überlebenswichtig, auch in den Städten. Silberahorn gilt als "Bienenbaum", da er besonders früh im Jahr blüht, wenn es noch kaum Nahrung für sie gibt. Außerdem bildet er besonders reichhaltig Nektar. Linden gelten ebenfalls als Nektarlieferanten und blühen besonders spät. Linden und Silberahorn zusammen ergänzen sich also für die Bienen hervorragend! Warum ist die Stadtverwaltung nicht bereit, vor diesem Hintergrund in der Jasperallee beide Baumsorten nebeneinander zu akzeptieren?“

   Weitere Baumschützer/innen hinterfragen kritisch die „historischen Gründe“ der Stadtverwaltung für den geplanten „Austausch“ der Bäume:

 

Das Denkmalschutzdokument Datenblatt 101000.00958 über die Jasperallee erwähnt keine bestimmte Baumsorte, nicht einmal das Wort "Baum". Allein das Wort "Mittelallee" lässt den Rückschluss zu, das der Denkmalschutz überhaupt etwas mit Bäumen zu tun hat. Recherchiert man den Begriff "Allee" oder fragt Fachleute, so trifft man überwiegend auf die Ansicht, dass Alleebäume weder von derselben Sorte sein müssen, noch dasselbe Alter haben sollten. Im Gegenteil, aus biologischer Sicht ist eine gemischte Allee die bessere Wahl. Vor diesem Hintergrund frage ich: warum lässt die Stadtverwaltung in einer bestehenden gesunden Allee in bedeutender zentraler Lage über fünf Jahre lang Lücken entstehen und plant, alle Bäume mit riesigem Steuermittelaufwand zu zerstören, nur für eine andere Baumsorte?“

  • Welchen Grund hat die Stadtverwaltung, sich in der Gestaltung der Jasperallee ausgerechnet auf die undemokratische und unsoziale Kaiserzeit zu beziehen, also auf 1897?“

  • Als Vorbild für die Neugestaltung der Jasperallee wird von der Stadtverwaltung die historische Allee "Unter den Linden" in Berlin genannt. Diese wurde 1647 mit 1000 Linden und 1000 Walnussbäumen angelegt. Um 1770 wurde sie als eine mit Linden, Kastanien, Ebereschen und Ahorn gesäumte Allee beschrieben. Sie bestand bzw. besteht aus Bäumen verschiedenen Alters. 1936 haben die Nationalsozialisten sie erstmals einheitlich mit Silberlinden bepflanzt, was aber nur zehn Jahre so blieb.
    Wie will die Stadtverwaltung das historische Vorbild nachahmen, wenn sie stattdessen nur Linden gleichen Alters pflanzen will, oder ist es geplant, die Jasperallee genauso zu gestalten, wie 1936 die Nationalsozialisten die Straße "Unter den Linden" in Berlin?“

  • In einem Gespräch zwischen Mitgliedern der BI Baumschutz und leitenden Angestellten der Stadtverwaltung wurde erwähnt, dass es einen Hinweis von einer Person gegeben habe, der dazu geführt hat, dass die Stadtverwaltung 86 Bäume in der Jasperallee vernichten und durch Linden ersetzen will. Wer ist diese Person und warum wurde das nicht öffentlich gemacht?“

  Besorgt in die Zukunft blickend möchte eine Anwohnerin aus dem anderen Teil der Jasperallee wissen:

 „In der Jasperallee außerhalb des Ringes stehen Platanen, Schwarzblättriger Ahorn und Stiel-Eichen. Wird es auch für diese einen Nachpflanzungsstopp geben und später eine Komplettzerstörung zugunsten von Linden?“

  

Neben diesen Einwohneranfragen im Stadtrat führt die BI Baumschutz eine Unterschriftensammlung durch, bei der die Bürger/innen sich für eine der drei ursprünglich zur Abstimmung im Stadtrat vorgesehenen Varianten entscheiden können. Diese Liste liegt an vielen Orten in ganz Braunschweig aus.

 

Die ersten 1000 Unterschriften aus dieser Sammlung FÜR den Erhalt der Bäume und sofortige Nachpflanzungen von Linden in die 29 Lücken (das ist der Vorschlag der BI Baumschutz) sollen am Dienstag im Stadtrat an Herrn Oberbürgermeister Ulrich Markurth übergeben werden.

 

  Unter der Adresse „weact.campact.de/p/jasperallee“ hat die BI Baumschutz außerdem eine Online-Petition gestartet. „Bereits in den ersten vier Tagen haben sich dort 3.500 Personen für den Vorschlag der BI ausgesprochen, obwohl die Petition bisher noch gar nicht richtig beworben wurde!“ freut sich Baumschützer Edmund Schultz.


Pressemitteilung Frühjahr 2018: Bäume an der Jasperallee retten!

Die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig ist entsetzt über die Ankündigung der Stadtverwaltung, 87 vorwiegend große Bäume auf der Jasperallee fällen zu wollen.

 

Wir werden alles daran setzen, diese Bäume zu retten“ so Edmund Schultz von der BI Baumschutz. „Angesichts der weit über 1000 Bäume, die wir durch Orkan Xavier verloren haben, der 800 verlorenen Bäume in den Stadtaußenbezirken, die unter dem früheren OB Hoffmann nicht ersetzt wurden sowie der Baumverluste in der Innenstadt im gleichen Zeitraum und weiterer Baumverluste durch die Orkane Friederike und Herborth können wir nicht verstehen, warum die Stadt ihre knappen Ressourcen nicht ausschließlich in schnelle und nachhaltige Wiederaufforstungen investiert. Nicht einmal die beiden letztes Jahr bewilligten millionenschweren Förderprogramme reichen aus, diese gewaltigen Verluste zu kompensieren. Wir halten es für eine große Verschwendung von Haushaltsmitteln, 390.000 € dafür auszugeben, Bäume zu fällen, durch kleinere Bäume zu ersetzen und einen intakten Mittelstreifen zu erneuern. Wir wünschen uns, dass das Geld komplett in Neupflanzungen investiert wird!“

 

Sabine Sambou von der BI schlägt vor: „Anstatt die großen Bäume mit Ihrer immensen Wohlfahrtswirkung für die Luft und das Stadtklima zu fällen, sollten zunächst einmal die 27 vorhandenen Lücken neu bepflanzt werden, gerne auch mit Linden. Es wird sicher möglich sein, dass diese im Schatten der anderen Bäume wachsen, denn die anderen nachgepflanzten Bäume wachsen dort ja auch! Die Wachstumsbedingungen sind sogar gut, denn der vorhandene Silberahorn gilt laut der von der Stadt zitierten GALK-Liste als stark lichtdurchlässig und die Linde als Viertelschattenbaum. Wenn dann wirklich alle paar Jahre ein Baum aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden muss, kann dort auch jeweils eine Linde nachgepflanzt werden. Dieses Vorgehen hätte den Vorteil, dass die Jasperallee niemals so kahl und scheußlich aussehen würde, wie das leider jetzt für die nächsten Jahrzehnte in der Adolfstraße der Fall ist!“

 

Ein Wechsel der Baumsorte aus historischen Gründen kann jedenfalls kein Argument dafür sein, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger noch mehr zu beeinträchtigen, als das jetzt schon der Fall ist. Die EU mahnt Deutschland ja nicht zu unrecht an, umgehend etwas für weniger giftige Luft in den Städten zu tun“, ergänzt Edmund Schultz. 

Nachtrag: Mittlerweile ist die Verwaltung ein wenig zurück gerudert. Es sei nun auch die Möglichkeit vorstellbar, die Silberahorne stehen zu lassen und nur die fehlenden Bäume mit Linden zu ersetzen. Der Rat der Stadt soll darüber entscheiden, ein genaues Datum wurde noch nicht bekannt gegeben.

Es ist wichtig, dass weiterhin klar ist: sehr viele Bürgerinnen und Bürger wollen die alten Bäume soweit irgend möglich erhalten! Die Baumgutachten, die den Zustand jedes einzelnen Baumes belegen, sollten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Kein Kahlschlag der Jasperallee!


Kahlschlag in der Zeppelinstraße dank Proteste vorerst gestoppt!

2018 sollten die Zeppelinstraße und die Zimmerstraße erneuert werden. Dort stehen große, schöne Bäume, die den Straßen Charakter und Charme verleihen. Wir machen uns große Sorgen um den Schutz dieser wertvollen Bäume.

Die Stadt hat die Hauseigentümer bereits informiert, dass man "aus Erfahrung wüsste, dass die Bäume einer solchen Maßnahme in der Regel nicht standhielten..."

Die Adolfstraße bietet ein abschreckendes Beispiel, dort wurde letztes Jahr der gesamte alte Baumbestand gefällt. Das darf in der Zimmer- und in der Zeppelinstraße nicht passieren! 

Hier geht es zu einem Interview auf Radio Okerwelle mit Edmund Schultz zu dem Thema.

 

Update 31.01.2018: Auf der Bezirkrsratssitzung waren in der Einwohnerfragestunde zahlreiche AnwohnerInnen der Zeppelinstraße anwesend, um den Bezirksrat dazu aufzufordern, die Notwendigkeit der Komplettsanierung bzw. die Möglichkeit einer sanften, baumerhaltenden  Sanierung zu untersuchen. Es wurde zugesichert, dass 2018 nun keine Baumaßnahme stattfindet. Sollte später doch eine Sanierung durchgeführt werden, sollen im Vorfeld Infoveranstaltungen stattfinden.

Die Sanierung und die damit verbundene Fällung der Bäume in der Zimmerstraße wurde jedoch beschlossen. Alle Bezirksratsmitglieder - bis auf zwei Enthaltungen - sprachen sich leider dafür aus.

 

Update 15.01.2018: Der Kahlschlag in der Zeppelinstraße ist durch den entschiedenen Protest der Anwohnerinnen vorerst gestoppt!

 

Der Bezirksrat wird auf der Sitzung am 31.1. nicht, wie ursprünglich geplant, über die Sanierungsmaßnahme abstimmen.

 

Wir freuen und sehr über diesen Erfolg.

 

Es gibt alternative Vorschläge, wie eine Sanierung durchgeführt werden kann, ohne die Bäume zu vernichten. 

 

Wir hoffen, dass die Stadt nun alle Anstrengungen unternimmt, um die Bäume und den Charme der Straße zu erhalten.

 

 

 

Kontakt

Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig

c/o Umweltzentrum

Hagenbrücke 1/2

38100 Braunschweig

 

 

mail: bi-baumschutz-Braunschweig@gmx.de