Nächstes Treffen der BI Baumschutz:

 

Donnerstag, 15.08.2019 um 19 Uhr im Umweltzentrum, Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig.  Der Eingang ist an der Reichsstr. - schräg gegenüber von der Apotheke. Wir freuen uns über neue Ideen und neue (und alte) aktive BaumschützerInnen!


Sterbende Buchen nach Dürresommer - Die Folgen preußischer Erziehung

Die Bundesbürgerinitiative Waldschutz warnt vor den Methoden der Forstwirschaft

Buchhorst
Buchhorst

Die BI Baumschutz ist Mitglied der Bundesbürgerinitiativen Waldschutz (BBIWS).  Auch in unserer Region kann man die Folgen der falschen Forstwirtschaft leider überall beobachten.

 

+   +   +   Pressemitteilung der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) zum Thema Buchenwälder im Klimawandel:   +   +   +

 

+  +  +  +   Sterbende Buchen nach Dürresommer - Die Folgen preußischer Erziehung  +  +  +  +  

Die BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS) warnt vor den Methoden der Forstwirtschaft

 

Drohnen fliegen über die deutschen Wälder, und die Forstwirtschaft proklamiert den Klima-notstand für den Wald. Bevor weitere Kahlschlagflächen durch Notfällungen entstehen oder Buchenwälder von Douglasien durchmischt werden, ruft die BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS) die deutsche Forstwirtschaft dazu auf, ihre Methoden zu hinterfragen und sie als ursächlich für die tragische Reaktion der Buchen auf den Klimawandel zu sehen.

Gerade die Drohnenfilme der Forstämter zeigen laut BBIWS-Autorin, eine wesentliche Ursache des Sterbens: Die jahrzehntelange Tortur forstlicher "Erziehung" der Buchen-Reinbestände deutscher Wirtschaftswälder. Solch preußisch anmutende Erziehung beinhaltet etwa Freistellung der Kronen und Schirmschlag, also eine Öffnung nach dem Samenabfall und die Entnahme schattenspendender Mutterbäume. Hinzu kommt die häufige Befahrung der Bestände sowie ihre Zerschneidung in Streifen und Rückgassen, was Boden und Wurzelraum hoch verdichtet. So ist nicht nur die Kapazität für Wasserspeicherung und -transport gestört, sondern auch die Versorgung von Jungbäumen über das Wurzelnetz der Altbäume und der Austausch von Nährstoffen über das Versorgungsnetzwerk der Pilze im Boden.

 

Die BBIWS und die unter ihrem Dach versammelten Waldbürgerinitativen sind mit ihrer Meinung nicht allein. Der ehemalige Forstdirektor des Stadtwaldes Lübeck, der sich vor Jahrzehnten schon von der alten Schule der "Waldpflege" abgewendet hatte, kritisiert schärfstens die rund 25 Eingriffe in 100 Jahren zur "Erziehung", "Zuwachssteigerung" und "Wertholzbildung". Insgesamt 10 Sünden benennt er, die zur Schwächung unserer Wälder führten und die Widerstandskraft gegen Extremereignisse zerstört haben.

 

Aber gerade diese Resilienz ist notwendiger denn je, meint die BBIWS und zitiert Professor Pierre Ibisch von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, der meint, dass es eindeutig abhängig von ihrer Bewirtschaftungshistorie sei, "wie Buchen mit Hitze und Dürre zurecht kommen". Er plädiert dafür, "Praktiken zu hinterfragen, die den Wald schwächen". Notwendig sei ein Biomasseaufbau und der Verbleib von mehr Totholz. Ältere, biomassereiche Bestände, wo Förster auf Vorratsaufbau gesetzt hätten, seien weniger anfällig bei Extremereignissen. Diese, auf Forschungsergebnissen basierende Aussage, wird konterkariert von der jüngst von der AG Rohholz geäußerten, durchschaubaren Behauptung, unser Wald sei "zu alt und zu dick" und man solle alte Wälder mehr nutzen.

 

Schon in den 1990er Jahren schrieb der ehemalige Leiter des Forstamtes im Steigerwald, Georg Sperber, dass "die Plantagenwirtschaft zunehmend zum störanfälligen Reparaturbetrieb verkommen" sei. Heute zeigen sich auch im Steigerwald die Probleme durch Trockenheit, die aber laut BBIWS ursächlich mit der langjährigen försterlichen Behandlung zusammenhängen. Konkurrenzdruck hätte die Altbuchen dazu bringen können, die Keupertone zu durchwurzeln, um an tiefere Wasserschichten zu gelangen, dies lassen zumindest Forschungsergebnisse der Universität Lüneburg vermuten. Aber, schreibt die BBIWS, "dieser Druck wurde ihnen durch Durchforstung und Ausrichtung auf Zielbäume genommen".

 

Die BBIWS befürchtet kopfloses Handeln, nun, wo die Folgen des Klimawandels in den Nadelwaldmonokulturen überdeutlich sichtbar sind, und sich sogar in vielen Laubwäldern erkennen lassen. Dazu gehört auch das Unterpflanzen mit exotischen Baumarten. Der Nachhaltigkeitsforscher Ibisch befürchtet ebenfalls Panikreaktionen, und warnt davor, künstliche Ökosysteme zu erzeugen, die wieder nicht stabil blieben.

Der Buchenwaldexperte Nobert Panek fordert als Sofortmaßnahme, "alle forstlichen Eingriffe in den über 120-jährigen Buchenbeständen einzustellen und dafür Hilfsprogramme zur Entschädigung aufzulegen“.

 

Am Ende lassen sich die wichtigsten Forderungen der BBIWS auf einen schlichten Nenner bringen: Mehr und vor allem alte Bäume im Wald belassen und weniger Forstmaschinen einsetzen; den Wald einfach mehr in Ruhe lassen. Damit ist dem Klima geholfen und auch dem Wald selbst.

 

Hier ein ausführlicherer Text mit weiteren Hintergrundinformationen:

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/weltnaturerbe-buchenwald/klimawandelschäden-buchenwald/

 

Unter dem Link https://we.tl/t-qRBjluloJY finden Sie Fotos, die unter Angabe der Bildautorin © Petra Ludwig-Sidow für die Presse in Zusammenhang mit dieser Meldung frei sind, sowie diese Pressemitteilung als PDF-Datei.

 

Für weitere Informationen:

Dr. Petra Ludwig-Sidow, Tel.: (040) 180 519 36, petra@sidow.info,

 

Mitglieder der Kerngruppe der BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS):

Claudia Blank, cl.blank@arcor.de, 01575 / 2842641

Susanne Ecker, susanne.ecker@online.de

Silvia Roelcke, s.roelcke@gmx.de, (089) 8571181

 

BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS), bbiws@web.de

c/o Claudia Blank, Danziger Str. 38

91207 Lauf an der Pegnitz

www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de

 

Die BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) wurde am 01.07.2017 gegründet und ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern und deren Organisationen aus z.Zt. vierzehn Bundesländern. Sie verfolgt das Ziel, Wälder in Deutschland zu schützen und zu bewahren, die praktizierte Bewirtschaftung der Wälder konstruktiv kritisch zu begleiten, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, in Fläche und Zahl ausreichende Schutzgebiete ohne forstliche Nutzung zu fordern und auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die der besonderen Bedeutung unser Wälder für Mensch und Natur gerecht wird.

 

 


Wasserheld*innen gesucht - Straßenbäume brauchen dringend Wasser!

Mit dem abgebildeten Plakat ruft die Bürgerinitiative Baumschutz alle Bürgerinnen und Bürger auf, Bäume und Sträucher zu gießen. „Das zweite Jahr mit extremer Hitze und Trockenheit in Folge ist für viele Bäume tödlich – da reicht auch ein gelegentlicher Regenschauer nicht aus“, so Sabine Sambou von der BI Baumschutz. Sie fährt fort: „Besonders aufgrund der meist viel zu kleinen Baumscheiben und des stark verdichteten Bodens (vor allem z. B. durch Befahren und Parken) kann kaum Wasser zu den Wurzeln gelangen. Die verdurstenden Bäume versuchen mit drastischen Notmaßnahmen zu überleben. Sie werfen ihr Laub früher ab, um nicht zu viel Wasser zu verdunsten. Platanen sprengen lautstark Rindenstücke ab, damit der Stamm heller wird. Bei großem Trockenstress können Bäume sogar ganze Äste abwerfen. Das ist leider seit einigen Wochen an vielen Stellen im Stadtgebiet zu beobachten. Die schlimmen Dürreschäden aus 2018 zeigen sich erst dieses Jahr. Überall sieht man vertrocknete oder leidende Bäume und das Sterben geht rasant weiter. Die Stadt musste bereits etliche Bäume deswegen fällen.“

 

Baumschützer Edmund Schultz fährt fort: „Alte, hohe Bäume mit großer Krone haben eine besonders große positive Wirkung auf das Stadtklima. Sie filtern nicht nur Feinstaub und andere Schadstoffe aus der Luft, sondern sorgen durch Schattenwurf und Verdunstungskälte für Abkühlung. Daher ist es umso wichtiger, die vorhandenen alten Bäume in der Stadt zu erhalten und zu schützen. Junge Bäume können aufgrund ihrer noch nicht ausgebildeten Krone diese Funktion nur sehr eingeschränkt und erst nach vielen Jahren übernehmen. Außerdem sind sie erheblich anfälliger gegen Trockenstress, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen. Langfristig brauchen wir für ein besseres Stadtklima und gegen die Klimakatastrophe sogar noch wesentlich mehr Bäume, als bisher gepflanzt wurden.“

 

Die Stadt bewässere zwar Bäume im Sommer, aber die Kapazitäten reichen bei weitem nicht für alle, so die BI Baumschutz. Städte und Gemeinden in ganz Deutschland rufen daher ihre Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Bewässerung des Stadtgrüns zu helfen.

 

Diese Hilfe wünschen wir uns auch in Braunschweig!“, meint Sabine Sambou, „Ein großer Baum braucht zwar sehr viel Wasser; trotzdem hilft jeder Eimer. Damit das Wasser in den Boden einsickern und den Wurzelbereich erreichen kann, sollten statt täglich besser ein- bis zweimal pro Woche 5 - 10 Eimer auf einmal gegossen werden. Am günstigsten ist es, früh morgens oder spät abends zu gießen. Die überlebenden Bäume danken uns das durch kühlenden Schatten, 5° bis 10 °C weniger Sommerhitze, duftende Blüten und saubere Luft!“

 

Renate Rosenbaum von der BI bekräftigt: „Bäume retten unser Klima – jetzt müssen wir unsere Bäume retten!“

 


Fällalarm - 40 vitale Robien in der Nahestr./Lippestr.  in der Weststadt waren in großer Gefahr!

 Update zu den Robinien in der Weststadt:  Die Bäume in der Nahe- und Lippestraße sind gerettet!!! Sie werden nicht gefällt! Die überwiegend gute Vitalität der Bäume wurde bei einem Ortstermin mit dem Amt für Stadtgrün und Sport bestätigt. Darüber freuen wir uns sehr. Lediglich an zwei Robinien wurden von den städtischen BaumgutachterInnen Schadsymptome festgestellt, so dass diese beiden Bäume zum Winterhalbjahr aus Verkehrssicherungsgründen gefällt und im Frühjahr oder im Herbst durch Gleditschien ersetzt werden. (24.07.2019)

 

Ca. 40 große vitale Robinien sollen laut Beschluss des Bezirksrats Weststadt in der Nahe- und Lippestraße gefällt werden.

Und das, während die Klimakatastrophe uns dazu zwingt, für unser Überleben weltweit unzählige neue Bäume zu pflanzen.

Nicht mit uns!

Deswegen haben wir einen offenen Brief geschrieben an den Bezirksrat, die Ratsfraktionen, die Stadtverwaltung und den Bürgerverein Weststadt:

"... sicherlich ist Ihnen der Beschluss des Bezirksrats Weststadt vom 05.06.2019 bekannt, der beinhaltet, dass in Teilen der Nahe- und Lippestraße alle Straßenbäume, v. a. Robinien, gefällt und ersetzt werden sollen. Es handelt sich um etwa vierzig große und vitale Bäume sowie drei junge neue Bäume. Dazwischen sind fünf leere Baumscheiben.

Wir möchten Sie bitten, diesen Beschluss zu revidieren bzw. diesem Ansinnen nicht zu folgen.

Die durch Baumwurzeln stellenweise unebenen Gehwege sehen nicht schlimmer aus, als die meisten Radwege und auch viele Gehwege in unserer Stadt. Die Zerstörung und Pflanzung neuer Bäume ist keine Lösung, denn es dauert mindestens vierzig Jahre, bis neue Bäume wieder eine annähernd große Wohlfahrtswirkung entfalten.

Eine funktionierende und rollstuhlgerechte Lösung ist z. B. die aktuell verwendete wassergebundene Decke aus Mineralgemisch. Eine bessere Lösung wäre es, die wenig befahrenen Straßen zur Fußgängerzone (Anlieger frei) oder zur Spielstraße zu erklären, so dass alle Menschen gefahrlos die ebene Fahrbahn benutzen können, ohne durch Kraftfahrzeuge gefährdet zu werden.

Wir halten es nicht für fair, für die Lösung eines relativ geringfügigen Problemes in nur zwei kleinen Straßenabschnitten einen derart großen Einschnitt in die Luftversorgung der gesamten Stadtbevölkerung zu machen. Diese Bäume sind nicht nur wichtig für unser Stadtklima und für angenehme Sommertemperaturen in der Nahe- und Lippestraße.

Angesichts der beginnenden globalen Klimakatastrophe sollten Bäume als CO2-Senke gepflegt und erhalten werden. Laut einer aktuell veröffentlichten Studie der ETH Zürich würden zwei Billionen neu gepflanzter Bäume weltweit zwei Drittel des anthropogenen CO2 in der Atmosphäre abbauen und in Holz, Blätter und Sauerstoff umwandeln. ( https://www.spiegel.de/…/waelder-koennten-zwei-drittel-der-…) Damit wären etwa 50 % des 1,5-Grad-Zieles in kurzer Zeit und relativ einfach zu erreichen. Dies sei die Menge an Bäumen, für die auf der Erde sofort genügend geeigneter Platz wäre (neben den Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen); eine Fläche etwa von der Größe der USA. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl Braunschweigs wäre unser Mindestanteil 63 Millionen Bäume, für die unser Stadtgebiet leider nicht ausreicht. Aufgrund der extremen Notsituation, in der sich die gesamte Menschheit durch die Klimakatastrophe befindet (lt. UN-Klimarat (IPCC) sterben wir in etwa hundert Jahren aus, wenn wir nicht in den nächsten zehn Jahren v. a. das CO2-Problem lösen), können wir es uns nicht erlauben, gesunde Bäume zu fällen.

Wir sollten stattdessen jeden verfügbaren Platz nutzen, neue Bäume zu pflanzen. Dieses ist gleichzeitig hilfreich gegen das ähnlich gravierende Problem des globalen Artensterbens. Daher bitten wir eindringlich darum, lieber in die Bepflanzung der fünf leeren Baumscheiben zu investieren sowie in die der zahlreichen leeren Baumscheiben in der weiteren Umgebung, als in die Zerstörung vorhandener gesunder Bäume!


Offener Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz:

Bitte setzen Sie sich für den sofortigen Ausstieg der Europäischen Investitionsbank EIB aus fossilen Brennstoffen ein!

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz,

am Freitag beraten Sie über das zukünftige Investitionskonzept der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg (EIB) mit den übrigen 27 Finanzminister/innen der EU.

Wir, die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig, bitten Sie eindringlich, sich dort für eine „fossilfreie“ EIB einzusetzen.
Die EIB soll ab sofort weltweit jegliche Finanzierung von Projekten zur Nutzung fossiler Brennstoffe unterlassen (Erdöl, Kohle, Erdgas).
Auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Palmöl, Mais etc. sind keine Alternative.
Genausowenig sollen Verkehrsprojekte für fossil angetriebene Schiffe, Flugzeuge oder Kraftfahrzeuge finanziert werden.

Die Finanzmittel werden dringend für zukunftsfähige erneuerbare Energien benötigt. Hierbei müssen globale soziale Kriterien berücksichtigt werden („Klimagerechtigkeit“).

Wir sind überzeugt:
Nur noch durch äußerst konsequentes Handeln können wir unser eigenes Aussterben durch die beginnende und bald nicht mehr umkehrbare Klimakatastrophe verhindern!

Die EIB ist weltweit der größte multilaterale Kreditgeber und hat erheblichen Einfluss darauf, ob die Pariser Klimaziele erreicht werden können.
Sie gibt sich zwar ein umweltfreundliches Image, unterstützt jedoch gleichzeitig extrem klimaschädliche Großprojekte.
Zwischen 2013 und 2017 vergab sie fast 12 Mrd. € an Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe.
Ein Beispiel dafür ist die gefährliche umwelt- und klimaschädliche Pipeline TAP zwischen Aserbaidschan und Italien.

Als Finanzminister sind sie durch das Grundgesetz und Ihren Amtseid verpflichtet, Schaden von uns Bürger/innen abzuwenden.
„Aussterben durch Klimakatastrophe“ halten wir für so schädlich, dass Sie Grund genug dafür haben, die EIB zu einer ausschließlich klimafreundlich agierenden Bank zu machen!

Als lokale Umweltinitiative beobachten wir die Auswirkungen der Klimakatastrophe nicht nur global, sondern auch im Kleinen ganz unmittelbar in unserer Stadt.
Mit Sorge nehmen wir wahr, dass Stadtbäume durch Trockenheit und Hitze absterben, durch extreme Stürme zu Hunderten umstürzen und dass die Sommer in der Stadt immer heißer und unerträglicher werden.

Wir bitten Sie, entsprechend Ihrer Verantwortung für Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu handeln und sich dafür einzusetzen,
dass auch unsere Kinder und Nachfahren noch eine Lebensgrundlage auf unserem Planeten vorfinden.
Einen zweiten haben wir nicht!

Mit umweltfreundlichen Grüßen
Sabine Sambou und
Edmund Schultz

 

 

 

Bitte unterstützt folgende Petition dazu:

 

https://act.350.org/go/92368?t=6&utm_medium=email&utm_source=actionkit&akid=77903%2E3514466%2EihgLd0

 

 


Erklärung zu Jasperallee und Gehölzschutz

 Auch wir wollen keine Bäume, die ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Der Schutz von Menschen vor Unfällen hat sehr hohe Priorität!

Leider gibt es bei Bäumen, insbesondere unter den erschwerten Bedingungen des Klimawandels, keine absolute Sicherheit. Fachleute haben uns erklärt, dass es trotz größter Sorgfalt immer wieder Überraschungen gibt. In Städten stehen Bäume außerdem unter hohem Stress, weil die Lebensbedingungen unnatürlich und sehr ungünstig sind. Klimawandelbedingte Dürre- und Hitzesommer, Starkregen und Überschwemmungen sowie Stürme und Orkane zu ungewohnten Jahreszeiten (in denen Bäume schon bzw. noch ihre Blätter tragen und viel Windangriffsfläche bieten) tun ihr Übriges.
Dies mussten wir auf dem Hagenmarkt und aktuell in der Jasperallee erleben, in welcher Stadtverwaltung und Gutachter grob falsch gelegen haben und in der es unter anderem deswegen zu einem Unfall kam. Inzwischen bestätigen bereits zwei Auswertungen (Baumstümpfe zweiter Abschnitt und Zugversuche) dafür eine Fehlerquote von ca. 50 %.

Was also tun? Dazu ein Gedankenmodell:

 

Nur eine Welt ohne Bäume wäre risikofrei. Dann allerdings wird kein CO2 umgewandelt in Holz und Sauerstoff. Es würde keine atembare Luft geben. Menschen, Tiere und Pflanzen könnten nicht existieren (auch Ozeane liefern Sauerstoff, aber die zerstört unsere Zivilisation auch gerade). Das ist also keine Lösung. Bäume sind unverzichtbar.

 

In Städten kommt hinzu, dass wir Bäume dringend brauchen, um die starke Überhitzung im Sommer durch Asphalt, Versiegelung, Gebäude und Autos zu reduzieren und um Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Durch Sommerhitze, Feinstaub und Luftschadstoffe sterben Menschen vorzeitig. Nur bezogen auf Feinstaub und Luftschadstoffe sind das auf Braunschweig bezogen statistisch jedes Jahr drei Personen (Quelle Umweltbundesamt 23.10.2017).

 

Also müssen wir aus Sicherheitsgründen sowohl Bäume fällen, wie auch Bäume erhalten.

 

Es gilt, den Königsweg zu finden.


Im Falle der Jasperalleeahorne ist das leider nicht geglückt. Es wurden standsichere Bäume gefällt und gefährliche Bäume blieben stehen. Der gefällte zweite Abschnitt und die Baumlücken haben die Windverhältnisse geändert, worauf die Bäume nicht eingerichtet sind. Auch das kann zu dem o. g. Unfall beigetragen haben. Die Zugversuche haben laut Stadtverwaltung ergeben, dass von den zunächst verbleibenden 42 Ahornen 34 sicher seien. CDU, SPD, FDP und Stadtverwaltung wollen auch diese fällen. Wir halten das angesichts der Klimakatastrophe und des Insekten- und Artensterbens für
unverantwortlich; ferner werden auch dadurch Menschenleben gefährdet (s. o.).

 

Außerdem wird mit zweierlei Maß gemessen. Einerseits ist ein Baum bei Sturm umgefallen und hat einen Menschen leicht verletzt. Das erste Mal in siebzig Jahren auf der Jasperallee. Daraufhin sollen alle anderen Bäume gefällt werden.

 

Andererseits wurden allein in diesem Jahr schon mehrere Menschen verletzt und sogar getötet, durch Autos.

 

Warum passiert jetzt nichts mit den Autos?

 

Zurück zum gesuchten Königsweg. Für das Klima und unsere Gesundheit brauchen wir jeden Baum und jeden Strauch in der Stadt, besonders die unersetzlichen, wertvollen, großen alten Bäume. Egal, ob auf städtischem, privatem oder öffentlichem Grund - diese Bäume benötigen unseren Schutz vor Fällung oder Beschädigung. Andererseits sollten sie regelmäßig bestmöglich kontrolliert werden, um das Unfallrisiko zu minimieren. Außerdem müssen wir als Stadtgesellschaft schnellstmöglich zehntausende neue Bäume pflanzen, um alte Verluste auszugleichen und um unser Stadtklima im Klimawandel erträglicher zu gestalten. Um Bürger*innen dafür zu gewinnen und ihnen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu vermitteln, sind vielfältige Aktionen und viel Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

 

Wir meinen, dass alle, die über Teile der Fläche unserer Stadt verfügen, die Pflicht haben, dort auch ihren Teil zu einem gesundem Stadtklima für alle beizutragen (also zu Baumerhalt, Neupflanzungen und Grünflächen). So steht es auch im Grundgesetz – Eigentum verpflichtet (Art. 14 GG).

 

Andererseits sollten die Kosten dieser Gemeinschaftsaufgabe fairerweise zu einem angemessenen Teil von der Stadtgesellschaft getragen werden. Das bedeutet, wer mit Aufwand und Kosten für Bäume und Grün überfordert ist, sollte Hilfe und Zuschüsse erhalten. Das soll nicht dazu dienen, den Profit von beispielsweise großen Wohnungsgesellschaften zu erhöhen, sondern z. B. weniger betuchte Eigenheimbesitzer*innen in die Lage versetzen, ihre Bäume und Gehölze zu erhalten (z. B., wenn sie das altersbedingt nicht mehr selbst leisten können) und neue Bäume zu pflanzen.

 

 Damit diese Rechte, Pflichten und Grünförderungsmaßnahmen gerecht und effektiv organisiert und kommuniziert werden, wünschen wir uns für Braunschweig eine Gehölzschutz- und Fördersatzung.

 

12.05.2019

 


Jasperallee Zugversuche: 17 Bäume werden gefällt

Die Stadt hat soeben in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass morgen, am 7.5.2019, acht alte Ahorne auf der Jasperallee gefällt werden. Donnerstag oder Freitag sollen neun weitere folgen. Die Zugversuche hätten ergeben, dass diese 17 Bäume nicht mehr standsicher seien.

Wir bedauern den Verlust der alten Bäume sehr. Klar ist jedoch, dass die Sicherheit von Menschen Vorrang haben muss.

die nun betroffenen 17 Bäume nicht als verkehrsunsicher eingestuft hatte.
Da Braunschweig nun weitere 17 alte Bäume verliert, werden wir uns umso mehr für alle alten und jungen Bäume im Stadtgebiet einsetzen. Die Wohlfahrtswirkung von alten Bäumen lässt sich durch Neupflanzungen schließlich erst nach Jahrzehnten ersetzen. Selbst die umfangreichen Pflanzaktionen der letzten Monate konnten die Baumverluste der letzten Jahre bei weitem nicht ausgleichen.
Wir brauchen dringend wieder eine Gehölzschutzsatzung, um Bäume und Sträucher vor unnötigen Fällungen und Verstümmelungen zu schützen.

 

6.5.2019

 

 

 


Presseerklärung zum umgestürzten Silberahorn auf der Jasperallee: BI Baumschutz begrüßt Zugversuche

Foto: Siegfried Schmidt
Foto: Siegfried Schmidt

 Heute, am 23.04.2019 ist auf der Jasperallee ein Silberahorn (Nr. 350) im Sturm umgestürzt. Dabei wurde eine Radfahrerin leicht am Kopf verletzt. 

Dazu haben wir folgende Presseerklärung verfasst: 

 

"Auch wenn wir besonders die alten Stadtbäume erhalten wollen, müssen sie trotzdem so sicher wie irgend möglich sein, denn natürlich sind Leben und Unversehrtheit der Bürger*innen das Wichtigste! Die Stadt hat immer wieder betont, dass die Bäume verkehrssicher sind." so Paul Baumann von der BI Baumschutz. Weiter sagt er: "Wir sind froh, dass nicht Schlimmeres passiert ist und wünschen der betroffenen Radfahrerin gute Genesung!"

 

Die BI Baumschutz begrüßt die von der Stadtverwaltung angekündigten Zugversuche für die Silberahorne auf der Jasperallee.

 

 Dazu Baumschützerin Sabine Sambou: „Zugversuche sind die beste Möglichkeit, wie die Stadt für größtmögliche Sicherheit sorgen kann, ohne gleich alle Stadtbäume zu fällen, weil Sturmschäden nie ganz auszuschließen sind.

Deswegen schlagen wir vor, dass die Stadt in Ausrüstung und Personal für diese Methode investiert, damit Zugversuche nicht weiterhin teuer extern vergeben werden müssen. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels mit zunehmend stärkeren Stürmen dürfte das eine besonders sinnvolle Investition sein.“

 

Die Auswertung der 23 Baumstümpfe auf der Jasperallee durch Fachleute hatte ergeben, dass das externe Gutachten vom 28.06.18 eine Fehlerquote von 48 % aufweist. Dabei waren Bäume sowohl vitaler als auch gefährlicher als im Gutachten eingestuft.

 

Der jetzt durch den Sturm gefällte Baum beispielsweise hatte die Bewertung ‚fällen: nein‘, ‚mittelfristig erhaltenswert‘ und ‚mittlere Vitalität‘, obwohl die Stadtverwaltung im Nachhinein Wurzelfäule diagnostiziert hat und der Baum aus Sicherheitsgründen hätte

 gefällt werden müssen. Zugversuche sind offensichtlich viel zuverlässiger“, so Edmund Schultz von der BI Baumschutz.

 

23.4.2019

 


Jasperallee: Neue Bäume, angetreten!

Die neuen Bäume auf der Jasperallee wurden diese Woche gepflanzt. Gleichförmig n Reih und Glied und trotz ihrer relativen Größe recht verloren stehen sie nun da, wo bis Anfang Februar 23 große, unverwechselbare  Ahorne standen. 

Hier sieht man deutlich das Missverhältnis zwischen Baumgröße und Wurzelballen. Derart misshandelte Baumschulbäume* sind zwar praktisch und marktüblich, aber weder werden sie besonders standfest, noch erreichen sie eine normale Vitalität**. In den ersten Jahren müssen sie mangels natürlich gewachsener Wurzeln gestützt werden.
Wir heißen die Linden trotzdem willkommen.
Viel lieber sähen wir sie natürlich auf den vielen leeren Baumscheiben in der Nachbarschaft anstatt auf den Gräbern ihrer vorzeitig gefällten Vorgänger!

* https://youtu.be/Bw4HBCSnE2M

** aus „Bäume verstehen“ von Peter Wohlleben 2011, Seite 129:
Die Baumschule steht … vor einem ... Problem. Jeder Baum wächst zunächst mit seiner Wurzel kräftig in die Tiefe, bevor er oberirdisch an Höhe zulegt. Zugleich mit dem Höhenwachstum des Stamms gehen die Wurzeln dann auch noch in die Breite, mindestens so viel, wie die Kronenausdehnung beträgt. … Derartig sperrig kann man Bäume nicht vermarkten. Und ... die Antwort auf die Frage, wo denn nun etwas abgeschnitten werden kann, ganz einfach: an den Wurzeln. Dazu wird in der Baumschule jede Pflanze einmal im Jahr ausgehoben und (meist maschinell) beschnitten, sodass sich die Wurzel dicht unter dem Stamm fein verzweigt und entsprechend viele der wichtigen feinen Ausläufer bildet. Nur mit diesen kann der Baum trinken. Macht man das über einige Jahre, so bekommt der Baum einen kompakten, aber kleinen Wurzelballen, der bestens in einen Topf passt. … Alle sind zufrieden - bis auf den Baum. Er ist über diese Behandlung ein rechter Wackelkandidat geworden und muss mit Pfählen über einige Jahre gestützt werden. … Einmal beschnitten, geht die Wurzel nicht mehr in die Tiefe, sondern verweilt in den oberen 30 bis 40 Zentimetern. Sollten Sie also die Wahl haben, so ist das Heranziehen eines Baums direkt aus dem Samen an Ort und Stelle die beste Variante. Soll es ein veredelter Baum aus dem Gartencenter sein, so gilt die Devise: je kleiner, desto besser! Denn den kleinen Exemplaren lässt man, gemessen an ihrer Sprosslänge, prozentual viel mehr Wurzeln. Zudem fällt ihnen das Anwachsen deutlich leichter, so dass die Ausfallrate entsprechend gering ist.... Die Kleinen danken es mit einem rascheren Wuchs und haben die großen Kollegen in der Regel nach fünf Jahren wieder eingeholt und sind dann sogar gesünder und standfester geworden."

 


Viel lieber als dort, wo es schon Bäume gab  hätten wir die neuen Linden dort gesehen, wo tatsächlich Bäume fehlen. Im Umkreis der Jasperallee haben wir in kürzester Zeit ca. 200 leere Baumscheiben gefunden. Eine Auswahl:


Wo ist der Bauschutt?

Heute, am 11.3.2019 haben die Baggerarbeiten zum Bodenaustausch auf dem Mittelstreifen der Jasperallee begonnen. Bis zum 14.2.2019 standen hier noch 23 große, alte Ahorne.

Die Stadt hat als Begründung für die Fällung im Vorfeld davon gesprochen, dass der Boden viel Bauschutt enthalte, der verhindere, dass die Bäume wachsen. 

Schon die ersten Probegrabungen an mehreren Stellen auf dem Mittelstreifen brachten jedoch kaum Bauschutt zutage.

Auch jetzt ist es so: wer hier nennenswerte Mengen Bauschutt sehen will, möge sich eine Schubkarre voll selber mitbringen...

 


Die Stadt hat am 21.2.2019 die ersten 23 Ahornbäume auf der Jasperallee vernichtet


Mahnwachen für die Bäume der Jasperallee vor der Fällung, 19./20. 2. 2019


Jasperallee in Funk und Fernsehen

Montag, 25.02.2019 NDR:  Wahr schön gut

(Sendung ist zur Zeit leider nicht verfügbar)

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Wahr-Schoen-Gut-Kulturkritik-auf-Punkt,kulturjournal6622.html

 

Donnerstag, 21.2.2019 auf RTL Nord

https://www.rtlnord.de/nachrichten/allen-protesten-zum-trotz-stadt-braunschweig-laesst-erste-baeume-in-der-jasperallee-faellen.html

 

Mittwoch, 6.2.2019 auf RTL Nord ab 19 Uhr. 

Danach abrufbar unter  https://www.rtlnord.de/start.html

 

Donnerstag, 7.2.2019 in der Wunschkiste von 20 - 21 Uhr live auf Radio Okerwelle

 

Donnerstag, 14.2.2019 ab 22.15 Uhr auf Kabel 1 im K 1 Magazin

https://www.kabeleins.de/tv/k1-magazin/videos/20197-thema-u-a-zurueck-bei-wirtin-soula-was-bleibt-von-frank-rosins-hilfe-ganze-folge

  Der Bericht beginnt bei 1:10 min. auf Seite zwei.

 

sowie natürlich weiterhin im Netz

extra3 - Der reale Irrsinn - Jasperallee: Bäume fällen für neue Bäume

https://www.youtube.com/watch?v=MIQTg1XD98A&list=PLNKDMZooWEsNrNhCi3kVqHZrhsbM2ITpj&index=6&t=3s


Presseerklärung: Denkmalschutz - Thema verfehlt?

Wir entschuldigen uns für einen Fehler, der uns hier  in einer früheren Fassung unterlaufen ist: nicht der Fachbereich für Stadtgrün und Sport hatte die Stellungnahme der Oberen Denkmalschutzbehörde erbeten.

Vielmehr war dies das Referat Stadtbild und Denkmalpflege.

BI Baumschutz will Rechtsmittel prüfen lassen, um die Bäume auf der Jasperallee zu retten - und plant für Sommer 2019 ein Ahornfest!

 

Aufgrund eines Rats-Antrages der BIBS-Fraktion hatte das Referat Stadtbild und Denkmalpflege, schon bevor Rat und Ausschüsse darüber beraten und entschieden haben, eine Stellungnahme der oberen Denkmalschutzbehörde zur Jasperallee erbeten.

Die Baumschützer/innen kritisieren, dass diese Stellungnahme den Ratsmitgliedern und der Öffentlichkeit erst 1,5 Stunden vor der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 30.01.19 bekannt gegeben wurde. Ratsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und gehen in der Regel bis kurz vor den Sitzungen ihrer normalen Berufstätigkeit nach. "Dadurch konnten die Ausschussmitglieder sich weder vor der Sitzung mit der überraschenden neuen Situation befassen noch sich innerhalb ihrer Fraktionen darüber austauschen. Anständigerweise hätte man das Thema deswegen auf die nächste Sitzung verschieben müssen" so Baumschützerin Renate Rosenbaum. Weiter führt sie aus: "Da die Stellungnahme vom 25.01.19 stammt, also fünf Tage unter Verschluss blieb, kann man hier durchaus Absicht unterstellen. Das Gleiche gilt auch für das Baumgutachten vom 28.06.18 von Dr. Scherer, das über zwei Monate geheim gehalten und erst kurz vor der Bezirksratssitzung am 05.09.18 veröffentlicht wurde. Auch der umfangreiche Ursprungsantrag der Verwaltung über die von ihr gewünschten Fällungen und Neupflanzungen für 392.000 Euro wurde erst am Vortag der Sitzung des Grünflächenausschusses bekannt gegeben. Es hat den Anschein, als ob das Projekt gegen jede Kritik mit allen Mitteln und um jeden Preis durchgeboxt werden soll!"

Sabine Sambou von der BI Baumschutz beschäftigt sich mit der Stellungnahme: "Wir haben nicht den Eindruck, dass der Denkmalschutz hier die Aufgabe erfüllt, die ihm seinen Namen gibt. Fotos aus den letzten Jahrzehnten zeigen eindeutig, dass die letzten 70 bis 100 Jahre kleine, große, junge und alte Bäume nebeneinander standen. Genau dies ist der Zustand, der 1995 als Gesamtensemble unter Denkmalschutz gestellt wurde und den eine Denkmalschutzbehörde schützen sollte. Wozu geben wir sonst Steuergelder für diese Behörden aus?"

Baumschützerin Birgit Huvendiek geht ins Detail: "Der erste Absatz beschreibt eine allgemeine Definition von Alleen, wie man sie leicht in Literatur oder Internet finden kann. Sie trifft auf jeden beliebigen Zustand der Jasperallee zu. Im zweiten Absatz wird die offensichtliche Tatsache beschrieben, dass 'nicht mehr Bäume gleichen Alters und sehr ähnlicher Form die freien Flächen gliedern.' Es ist natürlich logisch, dass es nicht mehr so aussieht, wie in den ersten Jahrzehnten nach der ersten Pflanzung 1897. Es steht ja auch nicht dieser uralte Zustand unter Denkmalschutz, sondern der lebendige, heterogene Zustand von 1995, den man auch heute sieht. Woraus die Behörde dann im letzten Absatz den Schluss zieht, die Fäll- und Pflanzpläne der Braunschweiger Stadtverwaltung seinen "angemessen", erschließt sich aus dem Text überhaupt nicht. Unter einem Schulaufsatz würde stehen 'Thema verfehlt!'"

Edmund Schultz von der Bürgerinitiative ergänzt: " Inzwischen interessieren sich immer mehr TV-Satire-Magazine für das absurde Treiben in Braunschweig, sogar das ZDF. Apropos Satire: Uns irritiert auch, dass ausgerechnet eine Denkmalschutzbehörde im zweiten Absatz ihrer Stellungnahme den Schluss zieht, '... dass hier grundlegend neue Bodenstrukturen für das gesunde Baumwachstum geschaffen werden müssen.' Da fragt man sich doch, ob jetzt auch Biolog/inn/en im Denkmalschutz arbeiten? Oder gibt es geheime neue Erkenntnisse zur historischen Bodenbeschaffenheit? Am 17. Januar diesen Jahres wurden wir zufällig Zeuge von etwa 29 Rammkernsondierungen. Dabei wurde erfreulicherweise überall recht guter Boden festgestellt, obwohl die Arbeiter ihrer Aussage nach eigentlich schlechten Boden und viele Steine finden sollten. Für uns gab es so viele kleine und große Irritationen, dass wir jetzt Rechtsmittel prüfen lassen wollen. Wir sind gespannt auf die Ratssitzung am 12.02.19. und für den Sommer planen wir auf der Jasperallee ein Ahornfest!"


#unfällbar: Über 400 Menschen für die Bäume der Jasperallee, für mehr Bäume in der ganzen Stadt, für eine Baumschutzsatzung und für konsequenten Klimaschutz!

Foto: Jörg Scheibe
Foto: Jörg Scheibe

Wir waren trotz Wind und Regen über 400 Menschen am Samstag, die bunt und laut für den Erhalt der 87 Ahorne auf der Jasperallee, für alte und neue Bäume in der Stadt, für eine Baumschutzsatzung und für effektiven Klimaschutz demonstriert haben. 

Begleitet wurden wir von der großartigen Sambattac-Gruppe, die ordentlich für Stimmung sorgte, sowie von einem Lautsprecherfahrrad von Sonnensystem mit perfekter Technik. Ganz herzlichen Dank dafür!

Anwesend waren auch zahlreiche Medienvertreter, darunter der NDR (Hallo Niedersachsen), die Braunschweiger Zeitung und Radio Okerwelle.

Nach der Auftaktkundgebung auf der Jasperallee zogen wir mit Zwischenkundgebungen auf dem Schlossparkplatz, Kohlmarkt, Ringerbrunnen zum Rathaus, wo noch eine Abschlusskundgebung stattfand.

Danke an alle, die dabei waren, die mit dazu mobilisiert haben, dokumentiert, gespendet oder uns auf vielfältige Weise unterstützt haben.

Wir sind viele und wir geben nicht auf: 

 

Jaspi - bleibt!!!

 

Alle nachfolgenden Fotos: Jörg Scheibe


#unfällbar - Demo am Samstag, 12.01.2019 um fünf vor zwölf, Jasperallee

Für die Bäume auf der Jasperallee,
für Braunschweig alte Bäume,
für viele neue Bäume,
für eine Baumschutzsatzung
für konsequenten Klimaschutz!

#unfällbar - großes Medieninteresse im Vorfeld

Schon im Vorfeld der #unfällbar-Demo gibt es ein großes Medieninteresse. Gestern war Drehtermin mit der Fernsehproduktionsfirma B.L. & P. Film aus Kassel. Gedreht wurde auf der Jasperallee und in den Räumen der BIBS im Rathaus.

Außerdem waren wir bei ffn, die ein Interview mit uns aufgezeichnet haben und den Beitrag in den nächsten Tagen ausstrahlen werden. 


Offener Brief zum Bauvorhaben an der Petrikirche

 Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig

 c/o Umweltzentrum Braunschweig e. V.

 Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig

 bi-baumschutz-braunschweig@gmx.de

 

 

An die

Gemeinde St. Petri

Frau Pfarrerin Geyer-Knüppel und

Frau KV-Vorsitzende Borrmann

Lange Straße 33

38100 Braunschweig

 

 Offener Brief: Bauvorhaben St. Petri

 

Braunschweig, 9. Dezember 2018

Sehr geehrte Frau Pfarrerin Geyer-Knüppel,

sehr geehrte Frau KV-Vorsitzende Borrmann, sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Gemeinde plant die Bebauung der Freifläche zwischen Ihrer Kirche und dem Neubau der Braunschweiger Zeitung.

 

Dies hat direkte Auswirkungen auf das Stadtklima; im Sommer ist eine Überhitzung um bis zu 7°C zu befürchten. Jede weitere Verdichtung wirkt sich negativ aus.*

 

Davon abgesehen wünschen wir, die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig, uns natürlich

- den Erhalt der sechs wertvollen alten Bäume auf der Freifläche
- den Erhalt der Fläche grün und unversiegelt
- die Lange Straße nicht noch mehr zur Straßenschlucht zu machen (Luftzirkulation)
- den freien Blick an dieser Stelle nicht mit Gebäuden zu verstellen
- den Blick auf Ihre schöne alte Kirche nicht einzuschränken
- und nicht zuletzt die Abkürzung über die Wiese für den Fuß- und Radverkehr zu erhalten.

Bitte sehen Sie von diesem Bauvorhaben ab!

Gerade Christinnen und Christen und andere Gläubige sind der Bewahrung der Schöpfung besonders verpflichtet.

 

Inzwischen lesen wir alle paar Wochen verschiedene UN-Klimaberichte mit dem Inhalt, dass wir Menschen dabei sind, innerhalb der nächsten zwei bis fünf Generationen die Lebensbedingungen für alle Lebewesen auf unserer Erde komplett zu zerstören. Die Erde kann in ein paar hundert Millionen Jahren neues Leben hervorbringen, aber wir Menschen und Tiere sind dann ausgestorben. Wir haben nur noch zwölf Jahre Zeit, dem entgegen zu wirken!
Dafür brauchen wir - jetzt - jeden Baum, besonders die großen alten Bäume und auch viele neue, denn diese bauen das CO2 ab und produzieren unsere Atemluft.

Natürlich wirkt sich beispielsweise die Zerstörung der Regenwälder quantitativ wesentlich gravierender auf das Klima aus als das Fällen von sechs Bäumen in Braunschweig für ein Wohnhaus, aber wie heißt es frei nach Johann Wolfgang von Goethe: ein jeder kehre zuerst vor seiner eigenen Türe!

Mit hoffnungsvollen freundlichen Grüßen
Sabine Sambou und
Edmund Schultz

 

* Quelle zum Beispiel:

 

https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/mitteilungen.msg-id-73109.html

 

(aktuelle Veröffentlichung des Bundesamtes für Umwelt der Schweiz).

 


Jasperallee nach dem Ratsentscheid für die Fällung, 7. 11. 2018

6.11.208: Der Rat beschließt Fällung der 87 Bäume auf der Jasperallee

Heute hat der Rat der Stadt mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und AfD die Fällung der alten Ahorne auf der Jasperallee beschlossen.

Dagegen gestimmt haben BIBS, Grüne, Linke und P2. Das von der BIBS eingebrachte Moratorium lehnten CDU, SPD, FDP und AfD ebenfalls ab.

Unbegreiflich ist es uns und vielen Menschen, mit denen wir gesprochen haben, warum hier wertvolle, alte Bäume ohne Not und für viel Geld gefällt werden sollen, obwohl überall in der Stadt Bäume fehlen, die nicht vollständig ersetzt werden können, weil die Mittel dafür fehlen.

Bezeichnend, dass die Verwaltung im Rat den Vorgang nur als "Bäume entnehmen" beschrieb, als wenn man einem Besteckfach einen Löffel entnähme, den man jederzeit wieder zurücklegen könnte. Was für ein unglaublich harmloser Begriff dafür, alle alten, großen, lebendigen, charaktervollen und von vielen wertgeschätzte Bäume für immer zu vernichten.


3.11.2018: Mit 150 Menschen und 15401 Unterschriften für die Bäume von der Jasperallee zum Rathaus



Kontakt

Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig

c/o Umweltzentrum

Hagenbrücke 1/2

38100 Braunschweig

 

 

mail: bi-baumschutz-Braunschweig@gmx.de