Presseerklärungen zum Baumgutachten Jasperallee

 

Braunschweig, 13. September 2018

 

Eilmeldung

 

 

Gutachten Jasperallee bewertet Bäume, die es gar nicht gibt!

 

BI Baumschutz irritiert über gravierende Fehler im Baumgutachten

 

Eine Überprüfung der Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig (BBB) in der Jasperallee hat ergeben, dass das Baumgutachten die Bäume Nr. 720 und 1110 detailliert bewertet, obwohl es diese Bäume gar nicht gibt!

 

Entspringen die Angaben über diese nicht vorhandenen Bäume der Phantasie des Gutachters? Sind sie abgeschrieben aus alten Berichten zu der Zeit, als dort noch Bäume standen?“ fragt Baumschützer Edmund Schultz und ergänzt: „Bei derart krassen Fehlern können wir nicht mehr darauf vertrauen, dass die anderen Prüfergebnisse die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort wahrheitsgemäß wiederspiegeln. Wir fordern ein neues Gutachten!“

 

Die Baumschutzinitiative hat noch weitere Fehler gefunden. Alle Bäume wurden mit einem einheitlichen Alter von 50 Jahren angegeben, obwohl sie nachweislich zwischen 1953 und 2013 gepflanzt wurden und somit zwischen 5 und 65 Jahre alt sind (plus Pflanzalter). Die Baumkarte auf Seite 154 stimmt nicht mit den Einzelgutachten überein. Zwei Bäume wurden übersehen und nicht geprüft (Nr. 740 und 1120).

 

Dazu Baumschützerin Sabine Sambou: „Statt erneut Geld in ein neues, hoffentlich neutrales Gutachten zu investieren wäre es viel besser, die geplanten 392.000 € für Neupflanzungen auf der Jasperallee, im Stadtbezirk und in ganz Braunschweig zu verwenden. Mehrere tausend Bäume sind durch die Orkane der letzten Jahre gefallen und der trockene Sommer 2018 wird uns viele weitere Bäume kosten. In dieser Situation sollte die Stadt gar keine Bäume fällen und dafür auch noch Geld ausgeben. Wir brauchen dringend neue Bäume. Die Neubepflanzung der Jasperallee nach historischem Vorbild läuft uns ja nicht weg!“

 

Birgit Huvendiek von der BBB bekräftigt: „Für diese Position gibt es große Zustimmung in der Bevölkerung. Die Politiker/innen, die heute über Leben oder Tod der alten Bäume entscheiden, sollten bedenken, dass sie nicht nur von der BI Baumschutz, sondern auch von sehr vielen Wählerinnen und Wählern genau beobachtet werden!“

  

  

Braunschweig, 11. September 2018

 

Presseerklärung

 

Gutachten: 65 Ahorne auf der Jasperallee erhaltenswert

 

Die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig (BBB) begrüßt, dass es endlich ein externes Gutachten für die Ahornbäume auf der Jasperallee gibt. „Bedauerlich, unfair und taktierend sei allerdings,“ beschwert sich Birgit Huvendiek von der BBB, „ dass das Gutachten, das schon am 28.06.2018 fertiggestellt wurde, erst jetzt, unmittelbar vor der Bezirksratssitzung, veröffentlicht wird. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger derart ausgebootet werden, braucht sich über Politikverdrossenheit niemand zu wundern“ fügt sie hinzu.

 

Wir freuen uns, dass nun sieben Bäume gut oder sehr gut bewertet wurden. Im städtischen Baumkataster ist dies bei keinem einzigen Baum der Fall.“, erklärt Baumschützerin Sabine Sambou. „67 der 86 Bäume wurden als erhaltenswert eingestuft. Nur drei sollten laut Baumgutachten gefällt werden; allerdings fehlen dafür die Begründungen.“

 

Die BBB spricht sich weiterhin für den Erhalt der 86 Ahorne aus, gemeinsam mit ca. 14.000 Bürgerinnen und Bürgern, die bis jetzt dafür unterschrieben haben.

 

Warum soll in der Jasperallee nicht möglich sein, was die Stadt z. B. in der Freyastraße praktiziert?“ fragt Baumschützer Edmund Schultz, „dort durften die Silberahorne riesig groß und alt und prächtig werden und es wurden auch kleine junge Bäume dazwischen gepflanzt“.

 

Er ergänzt: „Die BBB plädiert außerdem für den Einsatz geeigneter moderner und baumschonender Verfahren zur Bodenlockerung und Vitalitätsverbesserung der Bäume.“

 

Die Verwaltung verweist auf schlechten, verdichteten Boden, der Bauschutt enthielte und ausgetauscht werden müsse. Dazu Sabine Sambou: „Niemand genau, wie es unter dem Mittelstreifen tatsächlich aussieht. Darum schlagen wir mehrere tiefe Probegrabungen in verschiedenen Baumlücken vor.

 

Wenn das Ergebnis es zulässt, sollten in die entstandenen Löcher anschließend probehalber kleine junge Linden gesetzt werden. Zeit dafür wäre genug, denn egal, welches Modell schlussendlich umgesetzt wird, auf ein paar Jahre mehr kommt es dabei nicht an. Falls die Maßnahme erfolgreich ist, sollte dieses Verfahren auch auf die restlichen Baumlücken angewendet werden.“

 

Viele Schäden an den alten Ahornen sind laut Gutachten durch Rasenmäher, durch Autos, durch Straßenbaumaßnahmen ohne ausreichenden Baumschutz und durch Streusalz entstanden. Solche Schäden sieht man leider auch in dem östlichen Teil der Allee. Die BBB wünscht sich, dass sichergestellt wird, dass solche Beschädigungen in Zukunft ausgeschlossen werden.

 

Außerdem schlägt sie vor - als erste Maßnahme für das historischen Ambiente - in die Baumlücke Nummer 60 vor dem Theater eine kleine junge Linde zu pflanzen.

 

Abschließend Birgit Huvendiek: „In den letzten Jahren sind in Braunschweig Tausende von Bäumen allein aufgrund von Wetterereignissen wie Sturm oder Trockenheit verloren gegangen. Die Dürreschäden dieses Jahres werden erst im nächsten Jahr vollständig zu erkennen sein. Daher wünschen wir uns, dass die durch den Erhalt der alten Ahorne eingesparten Haushaltsmittel ausschließlich für Nachpflanzungen von Bäumen im Stadtgebiet verwendet werden.“

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